«Es wird immer eine Melodie»

Einige Anmerkungen zur Frage der Relevanz von Oper und deren Werken von heute für morgen

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Während der 1960er- und 1970er-Jahre wurde in der Bundesrepublik Deutschland die Kunstform Oper von ihren Fundamentalkritikern als zu lebensfern und teuer gebrandmarkt. Reaktionär, schon gar nicht gesellschaftsrelevant und den freien Künstlerinnen und Künstlern die Subventionen stehlend sei das Ganze – so lautete die Dauerkritik aus der politisch linken, respektive dann links -alternativen Szene, die beharrlich und ziemlich lautstark ihr auskömmliches Stück vom öffentlichen Kunstsubventionskuchen einforderte.

Kollektivwerke, so beispielsweise die als «moralisch» titulierte Oper «reconstructie» (1969) von Louis Andriessen, Reinbert de Leuuw und drei weiteren niederländischen Komponisten, sollten die stark kapitalismusverdächtige Arbeitsteilung überwinden und der Gattung frische, vor allem niedrigschwellige Impulse geben.

Der Betrieb reagierte darauf – auch dank des eingeschlagenen «Wegs durch die Instanzen» – überraschend entspannt und rasch, stellte die entsprechenden Finanzmittel generös zur Verfügung und kreierte neue Veranstaltungsformate, beispielsweise die Kammeroper. Studiobühnen wie die Musiktheater-Werkstätten von Carla Henius boten den entsprechenden künstlerischen ...

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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Essay, Seite 70
von Achim Heidenreich

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