Strawinsky: The Rake's Progress

Luzern

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Wer hat nicht schon Mühe bekundet mit Strawinskys spätem Klassizismus? Wirken frühere Werke noch spritzig, funkeln dort die Anspielungen noch voller Spielwitz – in den Werken der Nachkriegsjahre wie der Oper «The Rake’s Progress» klingt Strawinskys Musik oft trocken. Dabei erscheinen die Arien und Duette im Korsett der tradierten Formen nicht selten zwanghaft. Umso überraschter folgte man der Einstudierung  im Luzerner Theater unter der musika­lischen Leitung von John Axelrod. Da erinnerte nichts mehr an die formalen Zwangsjacken.

Axelrod musizierte mit dem Luzerner Orchester agil und spritzig. Das Tänzerische, das Strawinskys Klassizismus immer auch ­eigen ist, setzte das Geschehen auf der Bühne mächtig in Gang. Dass es in Luzern gelang, ausschließlich mit Mitgliedern des Ensemb­les sowie wenigen einheimischen Gastsolisten auch sängerisch eine herausragende Leistung zu bieten, war die andere Überraschung. Marc-Olivier Oetterli als Shadow ließ seinen flexiblen und nuancenreichen Bariton bald verführerisch und bald übermütig flie­ßen und gemahnte an jene dunklen Gestalten, wie sie E. T. A. Hoffmann in vielen Varianten geschaffen hatte. Der beinahe sanft klingende, sehr lyrische ...

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Opernwelt November 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 54
von Hanspeter Renggli

Vergriffen
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