Strauss: Der Rosenkavalier

Berlin

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Wie jemand, der aus dem «Wozzeck» ein globalisierungskritisches Drama gemacht hat, den «Rosenkavalier» inszeniert, wäre schon sehenswert gewesen. Allein, die Komische Oper entband den angekündigten Richard Jones vom Dienst an Strauss. Begründung: Konzept zu teuer, der Hausherr macht‘s billiger. So sprang Andreas Homoki ein und überarbeitete mit Bühnenbildner Frank Philipp Schlößmann die gemeinsame, sieben Jahre zurückliegende «Rosenkavalier»-Inszenierung aus Basel.


Nun mangelt es Berlin sicher an manchem, aber nicht an «Rosenkavalieren»: Die Deutsche Oper hält Götz Friedrichs Dekonstruktion von 1993 im Repertoire, die Staatsoper bietet Nicolas Briegers Deutung von 1995 an. Erstaunlicher­weise gleicht die Version von Homoki/ Schlößmann zunächst der von Brieger und Raimund Bauer: Ein dezentes Rokoko-Ambiente in Weiß gibt der «Komödie für Musik» Raum.
Aber in dem «Wie« liegt ja bekanntlich der ganze Unterschied. Der entpuppt sich als beträchtlich, ohne die Frage nach dem Sinn eines dritten «Rosenkavaliers» wirklich zu beantworten. Der Raum wird zur Seelen-Zelle, der Octavian vergeblich zu entfliehen versucht. Erst wenn der Sänger als übernatürliches Wesen auftritt, öffnet sich alles und ...

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Opernwelt Mai 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 49
von Olaf Wilhelmer

Vergriffen
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