Strahlen und Funkeln

Raff: Dame Kobold
REGENSBURG| THEATER

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Eine «Lucia auf komisch» sei die Sache. Das Libretto «äußerst fragwürdig, an großer Pathetik krankend». So urteilte Brigitte Fassbaender in ihrer so eigenen, ironisch-unwirschen Art. Warum man dann «Dame Kobold» überhaupt riskiert? Es ist die Musik.

Doch zuvor musste Joachim Raffs Dreiakter, 1870 uraufgeführt in Weimar, in die Regensburger Theaterwerkstatt.

Zusammen mit Dirigent Tom Woods strich Fassbaender weite Teile der Rezitative zusammen, formulierte den schwerlastigen Text («Sei mir gegrüßt, dämonisches Haus») etwas um, splittete sogar Arien, um die Teilnummern andernorts zu implantieren. Und dass das Philharmonische Orchester nur reduziert spielen konnte, in einer Fassung kurz vor dem Arrangement (Streicher, solistisches Bläser-Quintett und ein neu geschriebener Harfen-Part), kommt dem Stück sogar zugute: Die Instrumentierung wirkt blitzblank, strahlt und funkelt, dass dagegen manch parallel entstandene Biedermeier-Spieloper nurmehr in Grautönen glimmt.

Joachim Raff, 1822 am Zürichsee geboren und 1882 in Frankfurt am Main gestorben, mischte trotz Karrierestart als Autodidakt kräftig im Kulturleben mit. Ein Dutzend teils patriotisch gefärbte (Programm-)Symphonien zählt seine ...

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Opernwelt Dezember 2020
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Markus Thiel

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