Story von heute?
Ohne Umschweife: In Sachen «Così fan tutte» liegt Dortmund derzeit klar vor Gelsenkirchen. Einmal mehr zeigt sich, dass modisch modernes Ambiente (Verena Hemmerleins Tennisplatz in Gelsenkirchen) keineswegs genügt, solange es inszenatorisch nicht gefüllt wird. Regisseur Andreas Baesler lässt den Chor in Ponnelle-Manier über die Bühne wuseln (in Dortmund wird aus dem Off gesungen) und stört zentrale Arien von Fiordiligi (hervorragend: Claudia Braun) und Ferrando (sympathisch bemüht: Clemens-C. Löschmann) durch die Anweisung, Tennisbälle als Zeichen der Erregung zu schmettern.
Doch für das emotionale Quiproquo des Finales steht lediglich ein flüchtiger Händedruck. Die in Dortmund von Guglielmo gezückte Pistole ist zwar auch ein reichlich abgegriffener Coup, wirkt als Höhepunkt eines Leidens-Crescendos aber wenigstens stimmig.
Gabriele Rech geht am strengsten mit Don Alfonso ins Gericht. Der Vernunftglauben der Aufklärung allein vermag das Experiment des «alten Philosophen» heute ohnehin nicht mehr zu legitimieren. Die Regisseurin zeigt Alfonso als einen äußerlich zwar vitalen, in seiner sexuellen Manneswürde jedoch zutiefst zerrütteten Menschen, der nach Schuldigen sucht. Da hat ...
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Karlheinz Stockhausens Zyklus «Licht», sieben Opern mit einer Gesamtspieldauer von 28 Stunden, ist ein Ausnahmewerk, ein kühnes Projekt, das die künstlerischen Bedingtheiten der Gattung Oper in Frage stellt, ja sogar sprengt. Die beispiellose Komplexität der Werke von Karlheinz Stockhausen birgt in sich eine Herausforderung, sie stellt ein Opernhaus und die...
Erneut stellt sich die Frage: Was fangen wir heute an mit Titus und seiner Clemenza? Regisseur David McVicar scheint Hildesheimer gelesen zu haben, der den Edelmut des Imperators «auf Kosten jeder psychologischen Wahrheit besonders penetrant» fand, «da der Held selbst mehrfach darauf hinweist». So lässt der Regisseur an der English National Opera den Herrscher von...
Es gibt in Antwerpen einen berühmten Tiergarten. Stellen wir uns vor, dieser Zoo sei in finanzielle Schwierigkeiten geraten und werde alles andere als effizient verwaltet. Man kommt zu dem Schluss, dass die Probleme nur von außen zu lösen seien. Der Minister für Zoologie setzt daraufhin einen so genannten «Veränderungsmanager» ein. Und der schlägt nach Sichtung...
