Stimmperlenspiele

Das Festival Bayreuth Baroque brilliert mit «Pompeo Magno», einer Opernrarität von Cavalli, die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik glänzen mit Vivaldis «Il Giustino»

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Drei Tage Dienstreise auf Staatsopernkosten nach Italien. Ortstermin in einem Florentiner Laden: weiße Seide mit darauf applizierten Rosen und eingewebten Goldfäden. Was das kostet? 2200 Mark, so erinnert sich Ausstattungslegende Jürgen Rose gern. Er durfte einkaufen gehen, damals, für seinen legendären Münchner «Rosenkavalier». Vorbei die Zeiten? Mitnichten.

Kostümbildnerin Corina Gramosteanu hat offenbar mehrere Reisen über die Alpen unternommen, und das mit einem dicken Budget im Rücken: Vier Stunden lang kommt man im Markgräflichen Opernhaus zu Bayreuth aus dem Staunen nicht heraus. Kleidung in Samt und Seide, Chiffon und Leder. Rot, Gold, edles Schwarz, selbst das weiße Nachthemd des Titelhelden mit seinem perfekten Faltenwurf scheint aus dem Designerladen. Eine Überdosis Augenfutter, man wird nicht satt davon.

Doch so soll und muss es sein bei diesem Stück. «Pompeo Magno» von Francesco Cavalli ist zwar antiker Stoff, politisches wie menschliches Drama, doch vor allem eines: eine große verschwenderische Show. 1666 fürs venezianische Uraufführungspublikum und jetzt für die entzückten, hingerissen jubelnden Besucherinnen und Besucher von Bayreuth Baroque. In den 400 Jahren ...

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Opernwelt November 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Markus Thiel

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