Stets sie selbst
Als sie anfing, war sie nicht einfach nur eine neue, unerhörte Stimme, sondern ein ganz neuer Typ Sängerin. Ein Wunderkind zunächst – ausgebildet, gefördert und stets begleitet von seinem Großvater –, das vom Berliner Schlager bis zum Koloraturfeuerwerk der Königin der Nacht alles konnte, was man von ihm verlangte. Anja Silja lernte das Singen in einem Alter, in dem andere Kinder gerade Lesen und Schreiben üben.
Mit 12 Jahren gab sie ihr erstes öffentliches Konzert; jetzt wird sie 80 und ist bis vor Kurzem immer noch aufgetreten, so etwa bei einem Hasse-Abend zur Wiedereröffnung des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth, wo sie die (hinzuerfundene) Rolle der alten Markgräfin sprach, mit ihrer Enkelgeneration (die bisweilen ziemlich alt aussah) auf der Bühne stand und mit wenigen Gesten zeigte, wie man Gefühle in Bewegung umsetzt. Vor zwei Jahren war das, und fast 50 Jahre, nachdem sie in Bayreuth – oben im Festspielhaus – debütiert hatte: als Senta und – eben – als neuer Typ Sängerin. Ihre somnambule Ballade, ihre Mischung aus Coolness und psychologischer Präzision, ihre instinktsichere, jugendliche Direktheit in Stimme und Körpersprache, das alles war selbst im entrümpelten, ...
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Opernwelt April 2020
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Stephan Mösch
Ein Geniestreich, heißt es, ließe sich nicht wiederholen. Weil er Einzigartigkeit für sich beansprucht. Das mag sein, und doch gibt es immer wieder die berühmten Ausnahmen von der Regel. Eine solche ist Dmitri Tcherniakovs abgründige Inszenierung von Verdis «Il trovatore». 2012 kam sie am Théâtre La Monnaie in Brüssel heraus, mit Marc Minkowski am Pult (siehe OW...
Herr Fagioli, kann man Verzieren lernen?
Ja, weil es Regeln folgt, die mit der Konstruktion von Harmonie und Melodie zu tun haben. Es macht aber einen Unterschied, wie man sie verwendet.
Wie weit verlassen Sie sich dabei auf historische Quellen?
Etwa zur Hälfte, würde ich sagen. Eine ebenso große Rolle spielt aber meine eigene Interpretation. Ich lese Bücher...
Ein zweite Marilyn Monroe wollte sie werden, doch bis zu ihrem Tod durch eine Überdosis Medikamente mit 39 Jahren blieb Anna Nicole Smith nur Drama Queen der Yellow Press. Ihr größter Coup war die Hochzeit mit dem vergreisten Milliardär J. Howard Marshall, auf dessen Ableben jahrelange Erbstreitigkeiten, Drogenexzesse und der öffentliche Absturz folgten. Brisanter...
