Spiel mit der Angst
Einen von der musikalischen Substanz her eher matten Spielzeitbeginn bescherte Oldenburgs neuer Intendant Markus Müller seinem Opernpublikum: Zunächst Schostakowitschs bereits erheblich angejahrte «Moskau»-Operette, jetzt, als zweite Premiere, den seichten Polit-Thriller «The Death of Klinghoffer» von John Adams, ein seit seiner Brüsseler Uraufführung vor anderthalb Jahrzehnten (siehe OW 5/91) sporadisch im internationalen Repertoire auftauchendes Werk.
Zumindest das Thema – der Überfall palästinensischer Terroristen auf das Kreuzfahrtschiff «Achille Lauro» im Jahre 1985 – hat (leider) nicht an Aktualität verloren. Dem sich auf Augenzeugenberichte stützenden Libretto von Alice Goodman, das eine Plattitüde an die andere reiht, gelingt jedoch kein überzeugender Zugriff auf das Sujet, und auch die simpel gestrickte Musik kommt trotz erheblichen technischen Aufwands – Synthesizer, elektro-akustische Verstärkung – in ihrer illustrierenden Tendenz kaum über die Wirkung eines Film-Soundtracks hinaus.
Was soll ein Regisseur aus solchen Bedingungen machen? Jens-Daniel Herzog tat sein Bestes und produzierte spannende Unterhaltung im TV-Stil, eine Mischung aus Traumschiff-Melodram und ...
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Hätte man uns doch in Kindertagen für die Zinnsoldaten-Sammlung einen so elegant geschwungenen Boden aus hellen Dielen gebaut, wie ihn Hartmut Schörghofer dem Regisseur Steffen Piontek für seine «Lohengrin»-Inszenierung fugenlos verlegen ließ! Dann wären damals unsere liebevoll bunt bemalten Figuren so dekorativ zur Geltung gekommen wie jetzt der Männerchor der...
Ein spitzwinkliges Dreieck läuft von der Spielfläche auf die knapp darunter sitzenden Orchestermusiker zu. In diesem Zipfel spielt ein Kind, schon bevor die mysteriösen Gähn- und Schlaflaute aus den tiefen Streichern ertönen, und bastelt sich langsam ein Schiffsmodell zusammen. Es ist der Lustknabe, Streitobjekt zwischen Elfenkönigin Titania und ihrem Oberon. Am...
Jeder Komponist fragt sich irgendwann einmal, für wen er eigentlich schreibt; die Antworten reichen dann von «für mich» über «für die Musiker» bis zu «für das Publikum», und wahrscheinlich sind sie alle richtig oder falsch. Das Entscheidende ist, dass ein Autor sich überhaupt aller Wechselbeziehungen seines Tuns bewusst ist – um sie dann ins Unterbewusstsein zu...
