Spiel der Herzen

Mozart: Così fan tutte in Zürich

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Man muss nicht immer Opern gegen den Strich bürsten. Stoffe wie «Così fan tutte» entfalten gerade ohne krampfhafte Aktualisierung großen Reiz. Bei der Züricher Neuproduktion verlegt Sven-Eric Bechtolf die Geschichte in die Entstehungszeit des Werkes. Im wissenschaftsgläubigen Zeitalter der Aufklärung ist der von Don Alfonso (präsent: Oliver Widmer) angeregte Frauentreuetest ein Experiment. Die erste Szene auf der noch verengten Bühne wirkt wie ein Prolog. In einer Glasvitrine im Hintergrund stehen Tierskelette, Metronome, Apothekerfläschchen und Schmetterlingssammlungen.

Die Männer tragen Perücken und weiße Gehröcke (Kostüme: Marianne Glittenberg). Welche Irrungen und Wirrungen in der folgenden Versuchsanordnung in Gang gesetzt werden, hört man bereits in der Ouvertüre. Das Tempo, das Franz Welser-Möst im schnellen Teil anschlägt, ist extrem schnell. Die Imitationen der Holzbläser sind hart an der Grenze des Spielbaren, die Ablösungen zunächst noch etwas verwackelt. Aber schon bald hat sich das mit Barocktrompeten, Naturhörnern und Hammerflügel historisierte Orchester der Züricher Oper freigespielt. Franz Welser-Möst ist ganz nah bei den Sängern. Solche Pianokultur erlebt man ...

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Opernwelt August 2009
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Georg Rudiger

Vergriffen
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Scherzissimo

Das Jahr 2009 ist ein Jahr der Komponisten­jubiläen – man denke nur an Henry Purcell, Georg Friedrich Händel, Joseph Haydn und Felix Mendelssohn Bartholdy. Das Interesse an dem vor 50 Jahren verstorbenen Tschechen Bohuslav Martinu freilich hält sich noch immer in engen Grenzen. Dabei weist Martinus umfangreiches Werkverzeichnis allein 14 Opern auf; ­einige sind...

Apropos ... Papst

Frau Silja, in unserem letzten «Opernwelt»-Gespräch, das 1994 erschien, sagten Sie, es reize Sie auf der Bühne nur noch das  «Unmachbare». Was ist das konkret?
Das «Unmachbare» ist nicht erklärbar, ebenso wenig wie die großen Gefühle. Sie trotzdem ohne falsches Pathos umzusetzen, ist für mich das Faszinierende der Oper.

Sie haben sich vor einigen Jahren taufen...

Immer auch Oper

In meinem Besitz befindet sich ein Papiertischtuch. Es ist fleckig und mit drei verschiedenen Handschriften bekritzelt: links jene von Rolf Borzik, dem früh verstorbenen Bühnenbildner und Lebensgefährten von Pina Bausch; in der Mitte jene der großen Tanzpoetin, rechts die des damaligen Wuppertaler Musikdramaturgen und Schreibers dieser Zeilen. Es ist ein Tischtuch...