Sommertheater am Mississippi
Seit nunmehr dreiunddreißig Spielzeiten bietet das Opera Theatre of Saint Louis ein ausgesuchtes Programm, das vom heimischen Publikum, von Besuchern aus ganz Amerika sowie von der internationalen Presse gleichermaßen geschätzt wird.
Wenn die führenden US-Häuser (die Met in New York, die Lyric Opera in Chicago, die San Francisco Opera) schon Theaterferien machen und Sommeropern wie Santa Fe oder Glimmerglass noch nicht spielen, geht in Saint Louis ein nunmehr auf fünf Wochen ausgedehntes Festival über die Bühne, das Standardrepertoire mit Raritäten kombiniert und jungen, aufstrebenden Gesangstalenten die Chance gibt, mit etablierten Regisseuren zu arbeiten. Aufführungssprache ist durchweg Englisch. Die Vorstellungen finden im intimen Loretto-Hilton Center statt. Es gibt wohl nur wenige Spielorte, die eine ähnlich enge Verbindung zwischen Sängern und Publikum schaffen. Sogar der Orchestergraben – schmal und (beinahe) so unsichtbar wie der mystische Abgrund in Bayreuth – bildet keine Barriere. Die Nachteile: Er ist so klein, dass die vorgeschriebene Zahl der Musiker in vielen Fällen reduziert werden muss. Oft mischt die trockene Raumakustik die Orchesterstimmen nicht, sondern trennt sie, was nicht gerade zu den Pluspunkten zählt. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Damit hatte niemand gerechnet: Der Streit um den Umbau der Deutschen Staatsoper in Berlin hat sich zu einer gesamtdeutschen Staatsaffäre ausgewachsen, und die ganze (Feuilleton-)Republik redet mit. Seit die Ergebnisse des von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ausgelobten Wettbewerbs um die Sanierung der maroden Lindenoper Anfang Juni vorgestellt...
Ein ungleiches Paar? Nicht wenige Opernkenner durchwehte, und doch recht bang, dieser Gedanke, als Birgit Nilsson und Giuseppe di Stefano im Juni 1961 gemeinsam auf die Bühne der Wiener Staatsoper traten, um die beiden Hauptrollen in Puccinis «Turandot» zu verkörpern. Hier die an Wagner und Strauss gestählte Heroine mit ihrer schier übermächtigen Stimme als...
In der Regel singt der Mensch, um einen außerordentlichen Gefühlszustand auszudrücken – ein Umstand, den sich der Kunstgesang zunutze macht, speziell in der Oper. Wenn einer nun «Bitte ein großes Bier» schmettert, so handelt es sich entweder um einen säumigen Vokalisten, der die Bestellung in der Kantine dazu benutzt, um sich für die Probe einzusingen. Oder aber...
