So geht es auch!
Der Boom historischer Opernaufnahmen hat in den letzten Jahren zu einer Inflation auf dem Billigpreissektor geführt. Bedenkenlos und unbesehen (bzw. ungehört) wurde alles auf CD gepresst, was älter als fünfzig Jahre und mithin nicht mehr lizenzpflichtig war. Dabei kamen durchaus einige Fundstücke ans Licht, aber daneben auch viel Ramsch, oft aus dubiosen Quellen dritter Hand stammend, der unabhängig vom klanglichen Zustand 1 : 1 kopiert und mit mageren und fehlerhaften Booklets versehen auf den Markt geworfen wurde.
Dass es auch ganz anders geht, zeigt das kleine Label Relief der Schweizer Firma Sonimex, dessen bisherige Publikationen aus dem Überangebot durch gründliche Aufarbeitung und sorgfältige Präsentation hervorstechen. Wo es geht, werden in Zusammenarbeit mit den produzierenden Sendern die originalen Bänder verwendet und technisch überarbeitet. Besondere Liebe wird auch auf die Beihefte verwendet, die sachkundige Informationen zu den Werken, den Künstlern, den Entstehungsbedingungen und den vorgenommenen technischen Maßnahmen sowie Privat- und Szenenfotos der beteiligten Sänger enthalten. In dieser Hinsicht steht die Firma im deutschsprachigen Raum einzigartig da und ist nur ...
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Wo Igor Strawinsky war, da war der Tanz nicht weit, auch die szenische Transformation der Oper nicht – und schon gar, wenn Impresario Sergei Diaghilew die Hände im Spiel hatte. «Le Rossignol» schlüpfte schon bei der Pariser Uraufführung 1914 ins Ballettröckchen, dieweil die Sänger lediglich zu singen hatten. «Oedipus Rex» widerfuhr bereits bei der szenischen...
Alles ist offen. In der Kleinbürgermietskaserne samt tristem Innenhof fehlen die Wände. Jeder kann jeden sehen. Nur eine hat einen Vorhang, die Kabanicha, unangefochtene Herrscherin über den Block. Eine Domina im doppelten Sinne: Blockwart und sexuelle Herrscherin über Kaufmann Dikoj (Stephen Owen), dem sie mit der Peitsche zu Leibe rückt. Damit die anderen nicht...
Die Edition Günter Hänssler hat mit ihrer Sammlung historischer Aufnahmen der Staatskapelle Dresden, in der die Oper eine wichtige Nebenrolle spielt, neue Standards gesetzt und nun mit der 16. und 19. Folge wahrhafte Schatzgräberarbeit geleistet: Die komplette «Katja Kabanova» von 1949 und der Querschnitt von Dvoráks «Der Jakobiner» sind zuvor noch nie...
