Illusionismus, nein danke
Dass das Liebesleben des nicht nur vor Liebe trunkenen Dichters Hoffmann viele Irrungen und Wirrungen kennt, das wissen wir aus Jacques Offenbachs Oper «Les Contes d’Hoffmann». Schließlich verguckt sich der Titelheld in eine aufziehbare Puppe, in eine (un)bezahlbare Kurtisane und in eine Sängerin, die sich nicht entscheiden kann zwischen ihrer Liebe zum Mann und der zur Musik. Aber in Hannover erfahren wir jetzt noch ein bisschen mehr. Dort ist die Liebe des Geigenbauers Crespel zu seiner kranken Tochter Antonia nicht nur von väterlicher Fürsorge bestimmt.
Regisseur Elmar Fulda weiß von Abhängigkeiten zu berichten, in denen Jungmädchenunterwäsche eine ungewöhnliche Rolle spielt: Im Namen der Hose?
Wenn der Vater seine Tochter von der Außenwelt abschirmen will, dann muss Klebeband die vielen Türen bändigen – und später auch als Knebel dienen. Antonia trägt nicht nur in puncto Dessous dasselbe knallige Gelb (Kostümbildnerin Alexandra Pitz liebt signalhafte Farben) wie ihre Mutter. Auch die Puppe, die ihr Hoffmann schenkt, leuchtet Gelb…
Für den Antonia-Akt hat Fulda ein ebenso inzestuöses wie ingeniöses Konzept entwickelt, über das man rätseln kann, aber nicht muss, weil die ...
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Ob dieses Stück seit seiner Uraufführung 1995 wirklich bereits fünfzig Neuinszenierungen erlebt hat, wie gesagt wird? Denkbar wäre es schon. «Powder her Face» hat alles, was eine neue Oper braucht, um in die Stadttheater zu drängen. Einen schnellen, nachvollziehbaren Plot, etwas Humor, etwas Tragödie, etwas Wahrheit, brillante Gesangspartien, wenig Irritationen und...
Zum Kernrepertoire der Met zählt «Die ägyptische Helena» nicht gerade. Man muss bis 1928 zurückgehen, um auf die letzte Aufführung zu stoßen. In der Kritik hagelte es damals Verrisse, und an dieser Reserve hat sich in New York bis heute, da das Stück für Deborah Voigt wieder ausgegraben wurde, nichts geändert. Voigt ist eine Helena, die einem alten Film entstiegen...
2005 wurde Nina Stemme in der «Opernwelt» zur «Sängerin des Jahres» gewählt. Im selben Jahr war sie Bayreuths vielbewunderte Isolde in Christof Marthalers wenig bewunderter Inszenierung. Die schwedische Sopranistin hat es klug vermieden, sich danach als Wagner-Stimme abstempeln zu lassen. Statt landauf, landab als Isolde oder Sieglinde zu gastieren oder gar, was...
