Slow Motion auf der Symbolhalde

Die Theaterakademie August Everding zeigt «Written on Skin» von George Benjamin: musikalisch stark, in der Regie verrätselt

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Die «Così»-Phase hat man am Münchner Prinzregentenplatz schon lange hinter sich gelassen. Heißt: die Einstudierung von Hits, damit sich der Nachwuchs früh Repertoire draufschafft als Rüstzeug für spätere Engagements. Dies bedeutet aber auch: Wer an der Theaterakademie August Everding bei einem Opernprojekt auf der Bühne steht, kann normalerweise seine mühsam erlernte Partie nie wieder abrufen. Ausnahmefälle, die fordern und an Grenzen treiben, begreift man dort als harte bis beste Schulung für die Ernstfälle der Karriere.

Und dazu sind seit Jahren die Akademieschürfer an den Repertoirerändern unterwegs.

«Flight» von Jonathan Dove, «L’arbore di Diana» von Martín y Soler, Offenbachs «Ba-Ta-Clan» oder «Achill unter den Mädchen» von Wolfgang-Andreas Schultz, das ist eine erstaunliche Premierenreihe. Insofern kommt jetzt «Written on Skin» von George Benjamin gar nicht so überraschend. Aparterweise war das Stück schon einmal im Prinzregententheater zu sehen. 2013, bei den Münchner Opernfestspielen, als die Bayerische Staatsoper (wie viele andere Häuser) die Uraufführungsproduktion von Katie Mitchell eingekauft hatte. Die aktuelle Lösung von Regisseur Balázs Kovalik, Studiengangsleiter ...

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Opernwelt Mai 2025
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Markus Thiel

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