Sketche am roten Faden
Die vielleicht wichtigste Aufführung der aktuellen Saison am Teatro Real in Madrid ist die Neuproduktion von «Il barbiere di Siviglia», die als Joint Venture mit dem Teatro São Carlos in Lissabon entstand. Nicht nur, weil das Stück zu den beliebtesten Opern des Repertoires gehört und in Spanien spielt. Sondern vor allem, weil für diesen «Barbiere» eine spektakuläre Besetzung aufgeboten war und im Orchestergraben ein Spezialist des Belcanto-Genres den Taktstock führte.
Die Inszenierung hatte Emilio Sagi übernommen, Intendant des Teatro Real und ein Mann, der sich auf dem Feld der Komödie zu bewegen weiß wie ein Fisch im Wasser. Auch mit Rossini hat er bereits gute Erfahrungen gemacht, etwa im Rahmen des Festivals von Pésaro.
Mit seiner szenischen Deutung des «Barbiere» wollte Sagi offensichtlich niemanden brüskieren, sondern eher den komischen Esprit des Komponisten beleuchten. Zur Ouvertüre beherrschen einige Diener in schwarzen Gehröcken das Bild. Die schwarz-weiß gehaltene Bühne von Llorenç Corbella zeichnet sich durch einige wunderbar-witzige Details aus, etwa das auf Papier gemalte Konterfei Rossinis, das, frei nach Andy Warhol, in vielfacher Ausfertigung den Raum ziert und ...
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Opernwelt März 2005
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Rafael Banús, Übersetzung: Jeanine Wahl
Musikalisch ist dieser «Eugen Onegin» top. Roman Kofman hält sein Beethoven Orchester zu koloristischer Detailgenauigkeit an, der leicht dunkel getönte Sopran der 29-jährigen, ihr West-Debüt absolvierenden Irina Oknina gibt Tatjana reizvollen Umriss, Peter Danailov (Onegin) zeigt nach betont maskulinen Verdi-Partien überraschend weiche Facetten in Gesang und...
Süß, diese Schäfchen. Wirklich entzückend, wie sie da, inmitten der glanzvoll kostümierten und choreografierten Singspiel-Schar, auf ihren blauen Rollen unschuldig weiß übers Parkett gerollt werden und dabei ganz zärtlich und dumm ausschauen – was wiederum zu der an diesem vornehmen Orte erzählten, tränenrührenden Geschichte wunderbar passt: Denn was wäre ein...
Joseph Merrick, den Elefantenmenschen, hat es gegen Ende des 19. Jahrhunderts wirklich gegeben. Er litt an einer genetisch bedingten Nervenkrankheit, die sein Äußeres derartig entstellte, dass er seinen Lebensunterhalt in den seinerzeit sehr populären Freakshows verdienen musste. Mit siebenundzwanzig Jahren ist er, wahrscheinlich aus freien Stücken, gestorben....
