Sieben Fragen an Lea Desandre
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Auf der Bühne diesen Sommer bei den Salzburger Festspielen, als wir alle gemeinsam in Mozarts «Le nozze di Figaro» im zweiten Finale «Ah, tutti contenti saremo così» gesungen haben.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Dort, wo es am inspirierendsten ist: in der Natur. Umgeben von Vogelgesang, Farben, Düften, Bäumen, blauem Himmel und wilden Pflanzen.
Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Das Schöne im Kleinen finden und immer wieder zur Essenz des Ganzen zurückkehren: der Musik.
Welche Oper halten Sie für überschätzt?
Ich denke nicht, dass musikalische Werke, dass Opern überschätzt werden können. In dem Moment, wo die Musik zu Herzen geht, beweist sie ihre Existenzberechtigung per se.
Welche Oper halten Sie für unterschätzt?
«Cendrillon» von Jules Massenet.
Woran arbeiten Sie gerade?
An den Vorbereitungen für eine Japan-Tournee mit Thomas Dunford zur Veröffentlichung unseres neuen Albums «Idylle» und an meinem ersten Debüt der neuen Saison, Händels «Ariodante».
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Opernwelt 2023
Rubrik: Magazin, Seite 95
von
Während Aufsteiger Heidenheim seine Daseinsberechtigung in der Fußball-Bundesliga erst noch beweisen muss, haben sich die sommerlichen Opernfestspiele in der kleinen Kreisstadt am Rand der schwäbischen Ostalb mit ihrem bescheidenen, aber feinen Programm längst im Kreis der Großen etabliert. Als Freilichtaufführung stand dieses Jahr Giuseppe Verdis «Don Carlo» auf...
Das Cover sollte man für einen Augenblick vergessen, wenn man Edipo in Gedanken über eine imaginäre Bühne schickt. Handelt es sich beim Protagonisten von Sophokles’ Tragödie doch um einen blinden, lebensmüden Greis, dem eher etwas unbequem Zotteliges denn gepflegt Graumeliertes eignet – während das Titelbild der vorliegenden CD uns den juvenilen Solisten dieser...
Da stehen sie also alle – vor einem Gobelin mit vorgeblich spanischer Landschaft. Und schauen uns fast provokant (dabei gestisch eingefroren) an. Die flinke, mit ihren dynamischen Überraschungen niemals totzukriegende D-Dur-Ouvertüre zu «Le nozze di Figaro» rauscht vorbei. Der Vorhang schon offen. Wie eingefroren haben sie sich postiert: Cherubino (mit breiten...
