Sieben Fragen an Alexandra Steiner

Opernwelt - Logo

Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Ich habe ganz schrecklich geweint in der «Jenůfa»-Inszenierung von Calixto Bieito in Stuttgart – nicht ahnend, dass ich kurz darauf in genau dieser Produktion als Jano debütieren sollte. Danach eher selten. Gut, Rodolfos «Aufschrei» ist schon herzzerreißend. Und manchmal bin ich auch nahe der Rührung, weil Musik ab und an schlicht so unfassbar gut musiziert wird, durchaus auch die von Wagner. Allerdings war ich auch schon den Tränen nahe, weil ich etwas musikalisch sehr schlimm fand [lacht].

Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Jedes Dorf sollte eine Oper haben. Meine Erfahrung ist, dass fast alle Oper mögen – und dass Musik ein wichtiges Bindeglied zwischen Menschen sein kann.

Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Eine gewisse Distanz – und Humor, auch auf sich selbst bezogen. Wenn man tolle Kollegen hat, dann macht Proben aber auch einfach Spaß, immer wieder aufs Neue, ein bisschen, wie Spielen im Sandkasten, vorausgesetzt, es rammt einem niemand das Messer in den Rücken [lacht]. Im Idealfall ziehen alle am gleichen Strang.

Welche Oper halten Sie für überschätzt?
Schwierige Frage! Ich denke, es hat viel mit persönlichem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt 12 2022
Rubrik: Magazin, Seite 79
von

Weitere Beiträge
Ganz schön raffiniert

Beim König war Jean-Baptiste Lully in Ungnade gefallen. Die Beteiligung an Orgien mit hochrangigen Mitgliedern des Hofs, dazu die Verführung eines Pagen: Das war denn doch zu viel für Ludwig XIV., der unter dem Einfluss der frommen Madame de Maintenon zunehmend auf die Sitten achtete. Doch der intrigenbegabte Komponist gab nicht auf, auch wenn er dafür erstmal...

Editorial 12/22

Nun also auch Basel. Mehr als 40 trübe Jahre lang hat man Wagners «Ring» in der schmucken Universitätsstadt nicht mehr gesehen. Und weil Benedikt von Peter, Intendant des dortigen Theaters, das Großformatig-Diskursive liebt, begnügt er sich nicht einfach mit einer Neuinszenierung der Tetralogie, sondern stockt die ambitionierte Unternehmung gleich zu einem...

TV und Streaming 12/22

arte
03.12. – 08.45 Uhr Das Land der Sänger
Gesang gehört zum Leben der Bewohner Lettlands wie die Flüsse und das Meer. Ob auf dem Land oder in der Hauptstadt Riga: Tausende begeisterte Lettinnen und Letten singen in unterschiedlichen Chören die traditionellen Volkslieder, die von der klaren Schönheit und Poesie ihrer Heimat erzählen. Vor rund 25 Jahren, während...