Schöner Schmarrn
Ein großartiges Ensemble, eine pfiffige Inszenierung, schrille Kostüme, eine knallbunte Ausstattung – aber leider ein recht schwachbrüstiges Stück. Allerdings weitaus besser als das, was rund 100 Demonstranten zur gleichen Zeit vor dem Magdeburger Opernhaus aufführen. Man protestierte dort, wie den gedruckten Spruchbändern zu entnehmen war, gegen ein noch nicht gespieltes Theaterstück (nämlich Kevin Rittbergers «3 Minuten»), forderte «Schluss mit der Politik gegen das eigene Volk» und «Magdeburg, wach auf!».
Die Aktion bezog sich auf den Terrorakt vom Dezember letzten Jahres, als sechs Menschen getötet und 300 verletzt wurden. Seitdem kommt die Stadt nicht zur Ruhe. Zum Gedenken an die Opfer gab es Trauergottesdienste, Menschenketten, aber auch eine von der AfD instrumentalisierte Kundgebung. Rittbergers «3 Minuten» (so lange dauerte der Anschlag) thematisiert die Hintergründe und Folgen. Die Uraufführung ist für Mai anberaumt.
Dass die Demonstration am 9. November stattfand, war genauso wenig ein Zufall wie die Premierenterminierung von Nico Dostals «Clivia». Am selben Wochenende versammelte sich in Halle außerdem eine rechte Pseudo-Elite zur Büchermesse «Seitenwechsel», ...
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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Volker Tarnow
Der Zar taumelt aus einem pechschwarzen, mannshohen Fabergé-Ei. Die reichverzierte Schale ist aufgebrochen, im Innern befindet sich der Zarenthron. Das Zentrum der Macht erscheint so prächtig wie fragil. Allein die Präsenz, mit der Alexander Tsymbalyuk in der Titelpartie der blutigen Höhle entsteigt, wie er überhaupt mit seinem gewaltigen Bass ein grandioses...
Frau Kampe, was macht man eigentlich als Brünnhilde zwischen den Vorstellungen und «Ring»-Zyklen?
Ausruhen! Manchmal gehe ich auch zur Massage, damit sich der Körper ein bisschen entspannt. Ansonsten spazieren gehen, Dinge tun, die nicht allzu anstrengend sind. Aber sich völlig gehen zu lassen, ist auch nicht gut. Man muss den Motor schon am Laufen halten.
Ist es...
Thom Luz ist ein Zauberer. Seit 2007 macht er Theater, meist phantastische Werke, in denen man sich wie in einem feinen Gespinst gerne verheddert, in Träumen hellwach. Einige Male war Luz schon zum Berliner Theatertreffen eingeladen, viele seiner Arbeiten, so man sie sehen durfte, lagern sich in der Erinnerung in einer Sedimentschicht des Glücks ab. Dann denkt man...
