Schön erzählt

Der Kopenhagener «Ring» von ­Kasper Bech Holten und Michael Schønwandt auf DVD

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Wer kann, der kann. Kopenhagen hat in den vergangenen Jahren mit durchweg haus­eigenen Kräften einen «Ring» auf die Beine gestellt, der länger in Erinnerung bleiben wird als so manche Bayreuther Produktion nach Chéreau. Der dänische Regisseur Kasper Bech Holten erzählt die verschlungene, über Generationen wirkende Geschichte als Rückblende aus der Sicht Brünnhildes, die sich im Augenblick ihrer schwersten Lebenskrise in der Bibliothek auf dem Dachboden klarzuwerden versucht, wie es zur Katastrophe kommen konnte.


Holten siedelt die Handlung in einem nicht näher bestimmten, eigentlich ständig changierenden 20. Jahrhundert an, das selbst mythischen Charakter annimmt. Anfangs weckt er damit die Befürchtung, einmal mehr die Versatzstücke eines leidgewordenen Regietheaters abzuhaken, doch bald wird klar, dass diese Aktualisierungen kein Tribut an den Zeitgeist sind und auch keine Analogie à la «Walhall=Wallstreet» behaupten wollen, sondern als erzählerische Hilfsmittel fungieren, um den alten Mythos für heute wieder lebendig werden zu lassen. Holten hat die politische Ideengeschichte des vergangenen Jahrhunderts zwar im Hinterkopf, aber er drängt uns keine Deutungen auf, setzt uns ...

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Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: DVDs, Seite 66
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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