Alles Narren

Halfing, Verdi: Nabucco, Mozart: Cosi fan tutte

Opernwelt - Logo

Das 12. Opernfestival Gut Immling stand unter dem Motto «Belcantozauber» – und fand in neuem, leuchtend blauem Gewand statt: Mit Sponsorengeldern wurden Wände und Dach der Theaterscheune isoliert und gestrichen. So ist der Raum zu jeder Jahreszeit wohltemperiert, bei Regen prasselt es weniger laut als bisher. «Nun kann man auch Pianissimo spielen», schwärmt Cornelia von Kerssenbrock, die musikalische Leiterin des Festivals.
Als privat finanziertes Unternehmen mit einem Budget von 1,6 Millionen Euro muss sich Gut Immling nach den Hits des Kanons richten.

Stets eine sichere Wahl, um die rund 16 000 Zuschauer pro Jahr auf den Bauernhof zu locken, ist Verdi. Diesmal standen gleich zwei seiner Opern auf dem Programm.
Den Auftakt machte «Nabucco». Nicola Panzer unterstrich in ihrer enttäuschend konventionell wirkenden Inszenierung mit Farben und Symbolen den Konflikt zwischen zwei Gesellschafts- und Religionssystemen. Ihre an sich lobenswerte Entscheidung, den riesigen Chor viel zu bewegen, führte leider zu schleppenden Auf- und Abgängen. Anton Keremidtchiev in der Titelpartie kompensierte sein eindimensionales Spiel mit strahlender, elegant geführter Stimme. Den größten Applaus des Abends ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Festspiele II, Seite 57
von Simone von Büren

Vergriffen
Weitere Beiträge
Schöne neue Sachlichkeit

Auch wenn Mussorgsky seine «Chowansch­­tschina» weder instrumentieren noch beenden konnte (das Finale des 2. Bildes und der Schlusschor fehlen): Ein zusammenhang­loser Bilderbogen aus Versatzstücken russischer Geschichte, wie oft behauptet, ist diese dicht gefügte, aber mit Shakespeare’scher Personenvielfalt gesegnete Tragödie über den Putsch und Fall der Fürsten...

Ach, Sehnsucht

Opernverfilmungen sind heikel. Meist sind sie es, weil die Regisseure szenisch wenig Risiko eingehen. Da bildet Václav Kaslíks Verfilmung des «Fliegenden Holländer» von 1974 keine Ausnahme. Mit glutroten Segeln kommt das Schiff daher, munter tobt der Sturm; wenn die Pauken donnern, folgen synchron Blitze am Himmel. Das Ganze ist in Szene gesetzte Schauerromantik....

Liebestod

Drei Männer. Liebend jeder auf seine Art. Da ist zunächst Don Giovanni. Leben ist ihm Liebe, Liebe Leben, Elixier, doch niemals nur an der Seite einer Frau. Er will, nein: er muss sie alle haben. Sein Sinn steht ihm ausschließlich nach Erlösung vor dem Tod. Der Tod selbst interessiert ihn wenig. Und auch nicht der Wahn. Ein Liebender ganz anderer Provenienz ist...