Schmackhafte Pastetchen
Nino Rota (1911-1979) war einer der fruchtbarsten und erfolgreichsten Filmkomponisten seiner Zeit. Seine Musik für zahlreiche Filme von Fellini, Visconti, Zeffirelli, Clement sowie für Coppolas «Der Pate» kann großenteils auch außerhalb der Leinwand bestehen. Doch daneben hat der Schüler von Pizzetti und Casella auch etliche Symphonien, Konzerte und Opern geschrieben. Sein «Florentiner Strohhut» (1949) nach einem Schwank von Labiche gehört zum Repertoire der italienischen Opernhäuser.
«I due timidi» (Die beiden Schüchternen), 1949 als Radio-Oper für die RAI komponiert und drei Jahre später für die Bühne umgearbeitet, verlegt die alte Geschichte von den beiden Königskindern, die nicht zusammenkommen können, in die Vorstadt einer modernen Metropole. Es ist hier nicht das Wasser, das die beiden trennt, sondern ihre große Schüchternheit, die sie schließlich in die ungewollte Ehe mit jeweils anderem Partner führt.
Suso Cecchi d’Amico, als Drehbuchautor jahrzehntelang ein enger Mitarbeiter Luchino Viscontis, hat diesen selbst erfundenen Plot ganz aus dem Geiste Carlo Goldonis gestaltet und Rota den Text zu einer bekömmlichen Melange verarbeitet, in der Puccini, Tschaikowsky und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Er liebt seine Jungen, vielleicht allzu sehr. Das verzeiht er sich nicht und quält sie, sucht die Berührung in der Aggression, stößt sie weg von sich, um sie danach umso zärtlicher wieder an sich zu drücken. Und den Neuen küsst er dort auf den Nacken, wo er ihm vorher einen blauen Fleck verpasst hat. Peter Grimes ist in der Innsbrucker Erstaufführung von Brittens...
Wie sich die Zeiten geändert haben! Heutzutage geben viel versprechende junge Komponisten das Notenschreiben auf. Und werden Dirigenten, wie Giuseppe Sinopoli. Vor hundert Jahren ging das rumänische Geigenwunderkind George Enescu den umgekehrten Weg. 1893, mit zwölf, macht er in Wien sein Diplom und beginnt dann in Paris auch Komposition zu studieren, zuerst bei...
Wer kennt sie nicht, die Barcarole aus Jacques Offenbachs Oper «Hoffmanns Erzählungen»? Eigentlich entstammt sie der Ouvertüre der siebzehn Jahre zuvor entstandenen, für Wien komponierten, dort auch erfolgreich uraufgeführten Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas irreführend «Die Rheinnixen» heißt. Denn um Nixen im Sinne von Undinen geht es in dem...
