Schmackhafte Pastetchen
Nino Rota (1911-1979) war einer der fruchtbarsten und erfolgreichsten Filmkomponisten seiner Zeit. Seine Musik für zahlreiche Filme von Fellini, Visconti, Zeffirelli, Clement sowie für Coppolas «Der Pate» kann großenteils auch außerhalb der Leinwand bestehen. Doch daneben hat der Schüler von Pizzetti und Casella auch etliche Symphonien, Konzerte und Opern geschrieben. Sein «Florentiner Strohhut» (1949) nach einem Schwank von Labiche gehört zum Repertoire der italienischen Opernhäuser.
«I due timidi» (Die beiden Schüchternen), 1949 als Radio-Oper für die RAI komponiert und drei Jahre später für die Bühne umgearbeitet, verlegt die alte Geschichte von den beiden Königskindern, die nicht zusammenkommen können, in die Vorstadt einer modernen Metropole. Es ist hier nicht das Wasser, das die beiden trennt, sondern ihre große Schüchternheit, die sie schließlich in die ungewollte Ehe mit jeweils anderem Partner führt.
Suso Cecchi d’Amico, als Drehbuchautor jahrzehntelang ein enger Mitarbeiter Luchino Viscontis, hat diesen selbst erfundenen Plot ganz aus dem Geiste Carlo Goldonis gestaltet und Rota den Text zu einer bekömmlichen Melange verarbeitet, in der Puccini, Tschaikowsky und ...
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Herr Eichinger, Sie haben einmal gesagt, der Film sei Ihr Leben. Dass Sie sich auch für die Oper interessieren, war uns bisher nicht geläufig. Woher rührt dieses Interesse?
Wer sich professionell mit Film beschäftigt, muss viel von Musik verstehen. Es geht dabei ja nicht nur um den Soundtrack, sondern um ein Gefühl für Rhythmus. Jede erfolgreiche Filmerzählung hat...
Etwas linkisch steht der junge Mann vor den zumeist älteren Herren, die ihn stumm und kühl anblicken. Es wäre übertrieben, würde man behaupten: Sie mauern. Aber skeptisch sind sie schon. Er redet viel und keineswegs auf den Punkt. Seine Witze, die auflockern wollen, verpuffen, weil ihre Pointen nicht sitzen. Nein, Carlos Kleiber hatte es nicht leicht, als er 1970...
Plötzlich durften sich alle anfassen: Vater und Tochter, Bruder und Schwester, Gott und Gattin. Sie waren so verdutzt, dass sie ihre Hände und Hüften kaum richtig nutzen konnten. Denn ihre Körper waren bisher vor allem Klangkörper und deshalb auf ganz andere Dinge geeicht, zumindest solange sie auf einer Bühne ausgestellt und angestrahlt wurden: auf Statik,...
