Schauplatz Raffinerie, Spielplatz Theater
Max Reinhardt gehört zu Salzburgs Gründervätern. Dennoch musste man, wie so oft schon, bei den Bregenzer Festspielen an einen seiner Aussprüche denken. Nördlich von Verona, hat er einst sinngemäß befunden, solle man mit Freiluft-Aufführungen zurückhaltend verfahren. Weiß Gott, ruft man sich den Premierentag des Spiels auf der Seebühne ins Gedächtnis. Den ganzen Tag über wieder der Bregenzer Sorgenblick zum Himmel. Strahlend blau wechselte in Minutenabstand mit Grauschwarz – unablässig. Am Abend dann die permanente Regendrohung. Letztlich ging’s dann aber gut.
Diesmal wartete Giuseppe Verdis «Troubadour» insgesamt sechsundzwanzigmal auf die jeweils siebentausend Zuschauer. Der Hit draußen, die Wiederentdeckung drinnen – so lautete wie nahezu jedes Jahr die Bregenzer Programmlosung. Im Festspielhaus, in dem unterdessen mit dem Umbau begonnen wurde, galt der nachdrückliche Hinweis der komischen Oper «Maskerade» von Carl Nielsen, dessen Sinfonien im Übrigen im Zentrum der Bregenzer Konzertdramaturgie standen – ein Hinweis mit hoffentlich endlich einmal dauerhaftem Echo.
Einen Vorteil hat Bregenz, auch wenn die Bodensee-Oper wirklich mal dem Regen zum Opfer fällt und zur ...
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Von den Protesten, die der Bayreuther «Ring»-Produktion 1976 entgegenschlugen, können sich viele, die nicht dabei waren, heute kaum noch eine Vorstellung machen. Dass grimmig blickende Menschen mit Transparenten um das Festspielhaus liefen, auf denen, groß und ernst gemeint, ein Alberich-Zitat stand, war dabei noch das Geringste: «Verflucht sei dieser ‹Ring›»....
Einmal im Jahr steht die Oper splitternackt da. Dann kann sie sich nichts mehr in die Tasche lügen. Wenn der Jahres- bzw. Saisonhaushalt durchkalkuliert wird, regieren blanke Zahlen. Längst ähnelt die Oper einem Wirtschaftsunternehmen. In trüben Zeiten sind Ideen begehrt, wo man wieder ein paar Euros einsparen kann. Oder, umgekehrt, wie man sich noch etwas dazu...
Wer Robert Dean Smith nicht bei seinem Tristan-Debüt in Bayreuth und auch nicht im Rundfunk erlebte, kann dies nun auf der bei Oehms Classics erschienenen Best-of-CD nachholen. Dass das Vergnügen nicht so ungetrübt ist wie auf der Festspielbühne, liegt einerseits daran, dass sich die Stimme in der Bayreuther Akustik leuchtender entfaltete, dort wie die von James...
