Schauplatz Raffinerie, Spielplatz Theater
Max Reinhardt gehört zu Salzburgs Gründervätern. Dennoch musste man, wie so oft schon, bei den Bregenzer Festspielen an einen seiner Aussprüche denken. Nördlich von Verona, hat er einst sinngemäß befunden, solle man mit Freiluft-Aufführungen zurückhaltend verfahren. Weiß Gott, ruft man sich den Premierentag des Spiels auf der Seebühne ins Gedächtnis. Den ganzen Tag über wieder der Bregenzer Sorgenblick zum Himmel. Strahlend blau wechselte in Minutenabstand mit Grauschwarz – unablässig. Am Abend dann die permanente Regendrohung. Letztlich ging’s dann aber gut.
Diesmal wartete Giuseppe Verdis «Troubadour» insgesamt sechsundzwanzigmal auf die jeweils siebentausend Zuschauer. Der Hit draußen, die Wiederentdeckung drinnen – so lautete wie nahezu jedes Jahr die Bregenzer Programmlosung. Im Festspielhaus, in dem unterdessen mit dem Umbau begonnen wurde, galt der nachdrückliche Hinweis der komischen Oper «Maskerade» von Carl Nielsen, dessen Sinfonien im Übrigen im Zentrum der Bregenzer Konzertdramaturgie standen – ein Hinweis mit hoffentlich endlich einmal dauerhaftem Echo.
Einen Vorteil hat Bregenz, auch wenn die Bodensee-Oper wirklich mal dem Regen zum Opfer fällt und zur ...
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Eine Mikrofonstimme hatte James King, der in diesem Jahr achtzig Jahre alt wurde, nie. Wer live erlebt hat, wie er etwa die große Szene des Kaisers in Strauss‘ «Frau ohne Schatten» aufbaute und steigern konnte – und zwar steigern im Sinne einer immer intersiver sich im Raum ausbreitenden, unforcierten Klangfülle –, der weiß, dass ein Mikrofon dergleichen nie...
Die Aufführung von Giuseppe Verdis «La traviata» bei den Salzburger Festspielen wirft nicht ganz unwichtige Fragen zum Thema Kulturbetrieb auf. Eine Frage könnte beispielsweise lauten: Kann eine Opernproduktion, die ein fast schon absurder medialer Vorabrummel begleitet, überhaupt irgendwie kritisierbar oder gar schlecht sein? Wenn Zeitungen, Illustrierte,...
