Sängerqualitäten
Von den Symmetrien der Hofarchitektur des 18. Jahrhunderts haben sich der Regisseur Jean Jourdheuil und der Bühnenbildner Mark Lammert für ihre «Così»-Inszenierung in Genf anregen lassen. Im Halbrund mit acht Drehtüren, zwischen denen sich Wände öffnen und schließen, die Menschen voneinander abgrenzen oder neu zusammenführen, spielt ihr psychologisches Experiment. Vor lauter Symmetrien und fader Personenführung wäre der Abend zum Gähnen gewesen, hätten nicht ein ansprechendes Ensemble und die anregende musikalische Leitung von Nicolas Chalvin Akzente gesetzt.
Serena Farnocchia (Fiordiligi) vermochte ihre warme Stimme nicht immer gleichmäßig zu kontrollieren, gewann aber vor allem in den Ensembles an Gewicht und Führung. Dagegen überragte Liliana Nikiteanu als Dorabella mit dunkel-timbrierter Mezzo-Stimme, die agil, spritzig, mitunter aber auch hart oder schmelzend sein kann. Mit Juan José Lopera (Ferrando), Thomas Oliemans (Guglielmo), Gilles Cachemaille (Alfonso) und Corinna Mologni (Despina) konnte Chalvin, der für Stephen Kovacevitch eingesprungen war, insgesamt auf ein gutes Ensemble zählen.
Wie anders und im besten Sinne unterhaltsam brachte Stephan Müller in Bern das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Noch stehen ein paar Bauzäune um Santiago Calatravas «Palau des les Arts Reina Sofía» in Valencia. An Maschengittern hängen große Plakate, darauf ein Mädel im Biedermeier-Kostüm, energisch die Arme ausbreitend: «Shhhh ... comienza la ópera». Also doch. Vor einem Jahr, bei der «offiziellen Eröffnung» mit einem Galakonzert, konnte bloß ein kurzer Blick in jene...
Ein eitler Pultstar war er nie. Aber ein Könner ersten Ranges, der das Eisen mit expressiver Intensität schmiedete und neben dem beinahe kompletten klassischen und slawischen Repertoire Ur- und Erstaufführungen von Dessau, Berg, Schönberg, Udo Zimmermann und vielen anderen Zeitgenossen dirigierte, die der Dresdner Staatsoper in schwieriger Zeit bedeutungsvolle...
Ihre Antworten sind so unmissverständlich wie ihre Art, Musik zu machen: «Es gibt keine Spezialisten und Nicht-Spezialisten, es gibt nur Stimmen, die passen, und Stimmen, die nicht passen.» Damit sind alle weiteren Fragen, warum Emmanuelle Haïm sich vor Jahresfrist für Ian Bostridge als Orfeo und nun für Rollando Villazón als Testo im «Combattimento di Tancredi e...
