Sängerfest
Zuallererst war es eine Sternstunde des Belcanto: «La donna del lago» an der Scala (eine Koproduktion mit der Opéra National de Paris). Hervorragend besetzt mit dem tenore di grazia Juan Diego Flórez und der virtuosen Joyce DiDonato, die als schottische Nixe in der Titelrolle ihre Koloraturen perlen ließ wie kristallklares Highland-Wasser. Zugleich aber wirkte die Produktion in der geradezu dreist einfallslosen Regie von Lluis Pasqual wie ein Todesurteil für die klassische Opera Lirica als lebendige Kunstform.
Im Programmheft erläutert der katalanische Regisseur, der sich immerhin seit gut dreißig Jahren mit Opernregie beschäftigt, mit schwer zu leugnender Hybris, man wisse ja, dass zur Entstehungszeit der Oper im 19. Jahrhundert Regie schlicht inexistent war. Diese Einsicht reichte offenbar für den Freibrief: Es fand keine Personenregie statt. Über drei Stunden passierte auf der Riesenbühne der Scala rein gar nichts. Das muss man Pasqual erst einmal nachmachen. Für einen konzertanten Abend mit Rampengesang wirkte die edel goldgrundierte Szenerie dann aber doch arg überteuert. Ezio Frigerio baute für die Oper nach einem romantischen Stück von Walter Scott ein Halbrund mit ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Birgit Pauls
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung,
Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
• Mozart, Le nozze di Figaro:
4. (P), 10., 17., 21., 25., 30.
(Bosch, Helle, Klaß)
• La...
Die Zeitgenossen waren sich einig, dass ein Fluch über dieser Oper schwebt. Erst hinderte der Tod den Komponisten Jacques Offenbach 1880 an der Vollendung seiner «Contes d’Hoffmann», dann brannte bei der Wiener Erstaufführung die Hofoper nieder, einige Jahre später auch der Ort der Uraufführung, die Pariser Opéra-Comique. Immer ging wertvolles Aufführungsmaterial...
Acht Personen, die niemals zusammen auf der Bühne stehen: für ein chorloses fünfstündiges Werk bedeutet das durchaus die Konstellation einer Kammeroper, wenngleich das Getöse der Schmiedelieder und das Schlussduett diesen Aspekt konterkarieren und mit den Schicksalswettern der dritten Orchestereinleitung gleichsam die «Götterdämmerung» ernstlich-eschatologisch...
