Romantik und Rebellion
Gut möglich, dass sie sich dieses erste Bild bei Penny Woolcocks für die ENO in London und die New Yorker Met entwickelte Inszenierung der «Perlenfischer» abgeschaut haben. In Gelsenkirchen kommt es eine Nummer kleiner, aber ähnlich suggestiv. Wir sehen, als wäre das Musiktheater im Revier ein Aquarium, einen Taucher ins tiefe Blau hinabdringen; zusammen mit Bizets ohrenschmeichelnden Klängen ist das sofort ein magischer Moment. Der Dirigent Giuliano Betta interessiert sich für die zarten Farben dieser Musik, hält die Neue Philharmonie Westfalen von grellem Exotismus fern.
Bei aller Bewunderung für das feine Flimmern und Schimmern, das Tremolieren der Seelentöne, die Bizet da zehn Jahre vor «Carmen» dieser Dreiecksgeschichte unter ceylonesischen Perlenfischern abgehört hat, vergisst sich leicht, dass die Instrumentation nur aus dem Klavierauszug rekonstruiert ist. Jede Aufführung der «Perlenfischer» steht auf unsicherer Textgrundlage. Man merkt es in Gelsenkirchen auch daran, dass das vielgeliebte Freundschaftsbeschwörungsduett der Liebesrivalen Nadir und Zurga nach dem kurzen Eifersuchts-Mittelteil nicht wieder in die Phantasmagorie des Anfangs – Vision der göttlichen Erscheinung ...
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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 31
von Holger Noltze
Diese Leichtigkeit. Sie war eine Gabe, ein Geschenk. Und eine Haltung, die seinen Blick auf die Welt zeitlebens prägte. Hans-Klaus Jungheinrich war ein unstillbar neugieriger, unbestechlicher, blitzgescheiter Beobachter, der in beneidenswert flüssiger Anschaulichkeit beschrieb, was er sah, hörte, erlebte. Auch wenn die Musik das Gravitationszentrum seiner...
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B...
Sie war eine der großen Diven des 20. Jahrhunderts, auf der Opernbühne wie im Film, doch in Deutschland, wo ihre Weltkarriere begann, scheint der Nachruhm verblasst: Jarmila Novotná (1907-1994), Schülerin der nicht weniger bedeutenden Emmy Destinn. Im hohen Alter schrieb sie ihre Lebenserinnerungen auf; kürzlich erschienen diese in englischer Übersetzung und...
