Rockstar Zerbinetta

Freiburg / Theater Strauss: Ariadne auf Naxos

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Immerhin. Man hält's im Hause des reichsten Mannes von Wien – wie wahrhaftig auch immer – mit der aktuellen Kunst. Man gibt eine Oper in Auftrag, wenn man sie auch später verstümmelt, und auf Tilo Steffens’ Bühne zu Ariadne auf Naxos erblicken wir hinten, hoch oben in der Festloge, den Haushofmeister, in Klimts Jugendstilmalerei vertieft. Wie man mit den Kunstproduzenten unterm eigenen Dach umgeht, ist eine andere Frage. Man stellt sie in Freiburg letztlich doch nicht so recht. Lange scheint es, als sei eine Glaswand zwischen uns da unten und denen da oben.

Alles wirkt entfernt, akustisch gedämpft, indirekt. Die Textundeutlichkeit tut das Ihre hinzu. Das Spiel ist nicht «nah» genug.

Dieser Eindruck weicht, sobald uns die Gestalten mehr angehen. Einer der einleuchtendsten Einfälle des Regisseurs Jörg Behr beim Transport des Werks in die Neuzeit: Die Stegreif-Komödianten um die weißmähnige Zerbinetta mausern sich zu einer Rockband. Das den Autoren vordring­liche Motiv der Verwandlung ist Behr nicht gar so wichtig. Wohl aber die Verbindung von Hoch- und Massenkultur. Im Finale ist der Komponist nicht mehr der, der Kleinholz aus dem Pop-Instrumentarium macht. Da erscheint der Kahn, ...

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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Heinz W. Koch

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54. Jahrgang, Nr 1
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