Retrospektive
Für Birgit Nilsson war er das Ideal eines Maestro, der seine Sängerinnen und Sänger auf Händen trug. Sparsame Gesten, flexible Tempi, wenig Worte – das prägte seinen Stil. Berislav Klobucar hat zwar an der Wiener Staatsoper mehr Vorstellungen und mehr Werke dirigiert als alle seine Kollegen, ein Star war er dennoch nicht. Vielmehr ein Kapellmeister alter Schule – mit allem Handwerk, das dazugehört.
Geboren 1924 in Zagreb (Kroation) war er ab 1953 in Wien tätig (wo er bis heute lebt), wirkte zudem von 1960-1971 als Generalmusikdirektor in Graz, war Stockholm und Nizza eng verbunden, dirigierte aber auch an der Met in New York. Für «Opernwelt» erinnert er sich an Proben unter Furtwängler, Pannen und Erfüllung im Opernalltag und die Technik, ohne Proben gute Aufführungen zustande zu bringen.
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: , Seite 68
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Die Oper befindet sich in Auflösung, seit über hundert Jahren, und sie erfindet sich dabei immer wieder neu. Letzteres ist beruhigend zu wissen. Wird aber bei der Moderation der Krisengespräche in den Feuilletons oft vergessen oder gar unterschlagen. Und auch das für die Nachwelt fraglos nützliche Kategorisieren, Sortieren und Hierarchisieren nach Künstleroper,...
Prima la Musica? Erst kommen Klangvorstellungen: Einfälle zu Instrumentation, Melodie, Harmonik. Dann sucht Wolfgang Rihm die passenden Textpassagen dazu. So jedenfalls war es bei «Dionysos», einer «Opernphantasie», die bei den Salzburger Festspielen herauskam und nun zur «Uraufführung des Jahres» gewählt wurde. Wobei die Musik natürlich ihrerseits ohne Anstöße...
Schon während der gemeinsamen Arbeit an «Elektra» war es für Richard Strauss klar, dass er die Partnerschaft mit dem Dichter Hugo von Hofmannsthal fortsetzen würde. Dieser war seinerseits von der Aussicht, ins Musiktheater hineinwirken zu können, sehr angetan. Allerdings hatte er die Vorstellung, wie im Fall «Elektra» die Stücke erst einmal für die Sprechbühne zu...
