«Eine wienerische Maskerad’» – und weiter nichts?

Hundert Jahre nach der Uraufführung ist der «Rosenkavalier» immer noch neu zu entdecken. Ekkehard Pluta deckt bislang unbeachtete literarische Bezüge auf und sondiert die Interpretationsgeschichte am Beispiel exemplarischer Aufnahmen.

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Schon während der gemeinsamen Arbeit an «Elektra» war es für Richard Strauss klar, dass er die Partnerschaft mit dem Dichter Hugo von Hofmannsthal fortsetzen würde. Dieser war seinerseits von der Aussicht, ins Musiktheater hineinwirken zu können, sehr angetan. Allerdings hatte er die Vorstellung, wie im Fall «Elektra» die Stücke erst einmal für die Sprechbühne zu schreiben und danach für die Oper einzurichten. Er dachte dabei zunächst an die von Casanova inspirierte Komödie «Cristinas Heimreise», die er gerade in Vorbereitung hatte.

Der Komponist war von dieser Idee nicht begeistert, und Hofmannsthal ließ sie bald selbst wieder fallen. Andere Projekte gediehen aber auch nicht weit. Strauss hätte sich ein Renaissance-Drama gewünscht («so ein ganz wilder Cesare Borgia oder Savonarola wäre das Ziel meiner Sehnsucht!»), aber der Dichter wehrte entsetzt ab. Auch der Vorschlag, Sardous «9. Thermidor» zu bearbeiten, war nicht nach seinem Geschmack. Der Plan einer Oper «Semiramis» kam über erste Skizzen nicht hinaus. Kurz nach der «Elektra»-Premiere am 25. Januar 1909 in Dresden soll Strauss beiläufig geäußert haben: «Das nächste Mal schreibe ich eine Mozart-Oper.» Möglicherweise dachte er ...

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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: Rosenkavalier 100, Seite 58
von Ekkehard Pluta

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Claus Ambrosius
Koblenz/Mainz
Rhein-Zeitung


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