Rosenkavalier 100

Opernwelt - Logo

Seit seiner Uraufführung vor hundert Jahren an der Semperoper in Dresden ist «Der Rosenkavalier» eine der beliebtesten Opern überhaupt. Was wirkt wie aus einem Guss, ist jedoch ein Konglomerat verschiedenster und einander widersprechender Einflüsse. Und das nicht nur, weil Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal denkbar unterschiedliche Künstlernaturen waren. Die Quellen, aus denen der Dichter schöpfte, sind in sich heterogen.

Molière gehört dazu, von dem Hofmannsthal die «Reinheit der Szenenführung» lernte, auch Hogarth und – das ist bislang kaum beachtet worden – Arthur Schnitzler. Aus dessen «Reigen» führt eine Spur direkt ins Beisl des dritten «Rosenkavalier»-Aktes.

Der folgende Essay geht solchen verborgenen Bezügen nach und zeigt, wo und wie Strauss durch seine Komposition die Perspektive des Textes umkehrt. Was wiederum mit Erlebnisperspektiven zu tun hat, die sich nur aus der musikalischen Stilentwicklung heraus verstehen lassen. Zum Schluss einige Hinweise zu den vier wichtigsten «Rosenkavalier»-Dirigenten und ihren jeweiligen Ansätzen.

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: , Seite 57
von

Weitere Beiträge
Opernhaus des Jahres

Eine so vielseitige Spielzeit hat selbst Gerard Mortier in Brüssel nur selten hinbekommen: Neben der Uraufführung von Hosokawas «Matsukaze» (szenisch betreut von Sasha Waltz) sorgte La Monnaie 2010/11 für die glanzvolle Rehabilitierung von Meyerbeers «Les Hugue­nots»; Andrea Breth setzte sich erstmals mit Janácek auseinander; Romeo Castellucci gestaltete den...

Sänger des Jahres

Er ist seit 24 Jahren im festen Engagement. Trotzdem hat ihn der Theateralltag weder mit Zynismus noch mit Hochmut gegerbt.

Johannes Martin Kränzle kann noch immer sonnig lächeln. Er kann an Inhalte und Figuren glauben – und an die sinnliche Kraft der Musik. Er ist bescheiden geblieben. Ein Ausnahmesänger schon deshalb, weil er seine Stimme über so lange Zeit und...

Mit heißem Herzen

Seine Leidenschaft ist die Oper. Das wird er nicht müde zu betonen. Eine heiße, gewissermaßen legale Geliebte – die ihren Anbeter allerdings schon mehrfach von sich gestoßen hat. Vor diesem Hintergrund ist Mariss Jansons der wohl ungewöhnlichste «Dirigent des Jahres». Nur selten taucht er nämlich im Graben auf. Und wenn er es tut, dann erlebt man Affären: intensiv,...