RESPEKTLOSER SPASS
Die Zahl der Wagner-Parodien und -Persiflagen ist Legion. Ob Zeitgenossen wie Johann Nepomuk Nestroy oder Nachgeborene wie Loriot – an den Schöpfungen des megaloman veranlagten Sachsen haben sich seit jeher die Spötter verschiedenster Genres abgearbeitet. Eine besondere Bewandtnis hat es mit der burlesken Operette «Die lustigen Nibelungen» auf sich.
Zu erleben ist diese nun an den Sächsischen Landesbühnen, die Premiere war am schmucken König Albert Theater in Bad Elster, einem der ältesten Mineral- und Moorheilbäder Deutschlands, wo man den überregional anreisenden Festivalund Kurgästen ein bemerkenswert diverses Unterhaltungsprogramm bietet.
Das Werk stammt aus der Feder von Oscar Straus, der in Abgrenzung zur gleichlautenden Walzerdynastie seinen Familiennamen um ein «s» kürzte, dennoch aber als aufstrebender Jungkomponist den Ratschlag seines Namensvetters Johann Strauss (Sohn) beherzigte, sich dem «wienerischen Ton» zu verschreiben. Er tat gut daran: Unter dem auf straffe Tempi bedachten Dirigat von Karl Bernewitz legt die Elbland Philharmonie Sachsen offen, warum die Musik mit ihrer Melange aus martialisch dräuenden Märschen und süffigen Walzer-Nummern auch heute noch ...
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Opernwelt 6 2022
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Werner Kopfmüller
Franz Schreker war sein eigener Librettist. So konnte er sein musikdramatisches Lebensthema noch kompakter an den Mann bringen: das Verhältnis von Traumwelt und Realwelt, das Mit- und Gegeneinander von Kunst und politischem, privat-lebensweltlichem Alltag. Seine Oper «Der Schatzgräber» entstand in den Jahren des Ersten Weltkriegs. Nach der Frankfurter Uraufführung...
Große Theaterabende, sei es im Schauspiel oder in der Oper, zeichnen sich durch drei Dinge aus. Erstens erscheint die dramatische Handlung als so stark verdichtet, plausibel und (erschütternd) logisch, dass man sich im Zuschauerraum fühlt, als würde man selbst auf der Bühne stehen und erleiden, was den Figuren widerfährt. Zweitens: Man vergisst von Zeit zu Zeit zu...
Die deutschen Opernhäuser arbeiten den in zwei Pandemiejahren aufgelaufenen Produktionsstau ab. Ursprünglich sollte Gaspare Spontinis «Fernand Cortez, ou la conquête du Mexique» im Mai 2020 herauskommen und zusammen mit Aubers «La muette de Portici» den Start des neuen Dortmunder «Rings» im Kontext von Wagners Vorläufern und Zeitgenossen flankieren. Während Peter...
