Real surreal

Diverse: Don Quijote am Theater Basel

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Ein Fall für die Theaterwissenschaft: die Rückkehr des Pasticcios auf die Opernbühnen unserer Tage. Musiktheater nicht als musikalisch kohärentes Ereignis, sondern eben, wie der Name schon sagt, als Stückwerk, als Arrangement von Arien, Ensembleszenen, Instrumentalstücken.

In Thom Luz’ neuem Opern-Pasticcio ist es der Mythos, dem sich alles unterzuordnen hat: Miguel de Cervantes’ brillantes Don Quijote-Epos. «Der ganze Roman ist für mich ein Protest gegen die allzu große Eindeutigkeit der Wirklichkeit», sagt der Regisseur im Programmheft der Basler Produktion.

Den Hang zur Groteske, zur Melancholie im Schulterschluss mit der Musik, den teilt Luz mit seinem Landsmann Christoph Marthaler, und auch das Durchbrechen oder zumindest Befragen des Zeitkontinuums gehört zum Wesen seiner Kunst. Luz’ Don Quijote durchschreitet Raum und Zeit, von der Renaissance bis in die Gegenwart. In der Auswahl nachvollziehbar, begegneten doch Komponisten zu allen Zeiten der Tragikomik der Figur mit einer Mischung aus Empathie und sanfter und mitunter auch bitterer Ironie. Die finden Luz und Mathias Weibel, der für das musika -lische Konzept und die Arrangements verantwortlich zeichnet, bei Telemann ebenso ...

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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Panorama, Seite 71
von Alexander Dick

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