Ravel: L'Enfant et les Sortilèges / Henze: Das Wundertheater

Osnabrück

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Osnabrück koppelte Henzes selten gespielten Opernerstling «Das Wunder­theater» und Ravels musikalisches Märchen «L'Enfant et les Sortilèges» zu einem originellen Doppelabend. Henze hat in der 1948 uraufgeführten Kam­mer­oper (gespielt wurde die Fassung für Sänger aus dem Jahr 1964) geschickt den von Cervantes stammenden Text mit einem politischen Widerhaken ver­sehen.

An der Ehre ihrer christlichen Geburt gepackt, dass nur rechtmäßig Gezeugte das Wundertheater sehen, gehen die Honoratioren des Dorfs auf der nackten, weiß ausgeschlagenen Bühne den betrügerischen Gauklern auf den Leim. Als ein Fremder den Schwindel aufdeckt, wird er zum Opfer der Betrogenen, die nicht zugeben wollen, dass man sie gefoppt hat. In Osnabrück hat Regisseur Thilo Borowczak den Bezug zum nationalsozialistischen Rassenwahn durch deutliche Anspielungen auf die Folterbilder aus dem Irak aktualisiert und verschärft – nicht zuletzt in der Scheinhinrichtung des Fouriers. In die nicht minder ambivalente Scheinwelt der kindlichen Phantasie führt Ravels geniales Zaubermärchen vom Kind und dem Zauberspuk. Weil es seine Hausaufgaben nicht machen will, aber von der Mutter dazu gezwungen wird, beginnt das Kind Blödsinn ...

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Opernwelt März 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 49
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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