Rasend ratlos

Zwei österreichische Bühnen beschäftigen sich zeitgleich mit Mozarts später Seria: «La clemenza di Tito» in Klagenfurt und Linz

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Wie umgehen mit diesem heiklen Dramma serio per musica, das da 1791, in Mozarts Todesjahr, noch rasch als «Krönungsoper» für Leopold II. – ein Auftrag aus Prag – erledigt werden wollte? Pietro Metastasios vielfach erprobtes Sujet war vorgegeben. Der römische Kaiser Titus, beileibe kein mildtätiger Herrscher, lässt nach Liebesintrige und Mordkomplott Gnade vor Recht ergehen, was dem damals aktuellen Anlass sonnenbeschienenen Huldigungs­charakter geben sollte.

Mozart freilich entzündete quasi subkutan in wundersam gelichteter Faktur das scharfe, klare Licht der Aufklärung und rühmte sich, dass er seinem Textbearbeiter Caterino Mazzolà eine «vera opera» abgerungen habe.

Unlängst arbeiteten sich parallel zwei österreichische Bühnen an «La clemenza di Tito» ab. In Linz wählte man erstmals in Österreich die aus dem Jahr 2002 stammende Fassung mit den klangintensiv, aber auch ziemlich umständlich auskomponierten Rezitativpassagen von Manfred Trojahn. In Klagenfurt, dem weit intimeren Haus, beließ man es bei der von Hammerklavier und Cello agil gestützten herkömmlichen Rezitativform – was allein eine straffere Dramaturgie sicherte.

Die Linzer Version entpuppte sich als problematisch. ...

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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Karl Harb

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