Putzig geht anders
Die Natur, diese alles umfassende Metapher für Leben und Sein alles Kreatürlichen in Leoš Janáčeks drittletzter Oper, wird ausgesperrt in der Stuttgarter Inszenierung von Stephan Kimmig (Regie) und Katja Haß (Bühnenbild). Allerhöchstens als Projektion züngeln anfangs florale Videobilder – auch in ein unheimlich schwarzweißes Negativbild sich wandelnd – an einem altertümlich ornamentierten weißen Rahmen. Er fasst einen leicht ansteigender Holztunnel, dessen Wände nach links zu kippen scheinen und der rückwärts an einer Wand aus Milchglas endet.
Schemenhaft sind dahinter entlaubte, bleiche Baumstämme zu erahnen, schattenhafte Wesen mit leuchtenden Augen erscheinen, verschwinden. Ein futuristischer Lost place, wo schnell mal ein Sofa, Tisch und Stühle aus dem Boden wachsen, mit runden Auslassöffnungen links und rechts, vier davon an der Decke. Was ist das? Enteigneter Dachs-, nun Fuchsbau, Försterstube und Gasthaus und imaginierter Wald auf jeden Fall, hier spielt – überhaupt erstmals in Stuttgart seit der Uraufführung 1924 in Brünn – eine Geschichte der Emanzipation, von weiblicher Selbstermächtigung, weswegen Janáčeks Oper hier richtig «Die schlaue Füchsin» heißt.
Der bislang im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Götz Thieme
Ambroise Thomas (1811–1896) hielt es mit der Weltliteratur. Seine beiden einstigen Erfolgsopern «Mignon» (1866) und «Hamlet» (1868), denen man inzwischen auf der Bühne kaum mehr begegnet, wagten sich an Goethe und Shakespeare. Aber bereits für die 1857 an der Pariser Opéra-Comique uraufgeführte «Psyché» plünderten die Librettisten Jules Barbier und Michel Carré das...
Diese Sippe hat keine Leiche im Keller, sondern in der Kanalisation. Kurz nach dem Beginn wird sie versenkt und damit signalisiert: Die feine «Gesellschaft zum Schutz der Ratten», wie sie sich in dieser Oper nennt, mag sich vegetarisch geben, nimmt aber den ein oder anderen Mord für ihre Zwecke in Kauf – auch wenn das gar nicht im Libretto steht. Menschliche...
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Donizetti, L’elisir d’amore: 10., 22.
- Loewe, My Fair Lady: 11., 23.
- Mozart, Die Zauberflöte: 18., 25., 31.
Altenburg/Gera Theater Altenburg Gera
https://theater-altenburg-gera.de
-...
