Pralles Leben
Die Oper Zürich war eines ihrer Stammhäuser; 40 Jahre lang war sie hier in zahlreichen Produktionen mit dabei, auch als Anna Bolena. Was Edita Gruberová aus dieser Partie gemacht hat, ist unvergessen – auch wenn ihr Auftritt in der Oper Gaetano Donizettis mehr als zwei Jahrzehnte zurückliegt. Sechs Wochen nach dem Tod der großen Sängerin war der Name Gruberovás an der Zürcher Premiere von «Anna Bolena» in aller Munde. Keine einfachen Ausgangsbedingungen für Diana Damrau, die sich in Zürich außerdem zum ersten Mal der titelgebenden Rolle zugewandt hat.
Bravourös hat sie die Herausforderung gemeistert – indem sie die Aufgabe grundlegend anders anging als die Gruberová. Nicht die auf die Spitze getriebene Kunst, nicht die gläsern zerbrechliche Figur mit ihrem sich ganz im Inneren abspielenden Leiden steht im Zentrum. Bei Diana Damrau, das bewirkt schon ihr breiter zeichnendes, auch in dieser Produktion sorgsam fundiertes und dynamisch weitgefächertes Timbre, ist Anna Bolena eine ganz und gar im Leben stehende Frau von unmittelbarer, sehr direkt wirkender Emotionalität. Nach und nach realisiert sie, wie sie von ihrem Gemahl und dessen Umgebung vorgeführt wird, und bei jedem Schritt in ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Peter Hagmann
JUBILARE
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