Unterwandert

Mozart: Zaide/Czernowin: Adama
Freiburg | Theater

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Vor elf Jahren war’s, bei «Mozart 22», der Gesamtschau zu dessen 250. Geburtstag in Salzburg. Festspielintendant Peter Ruzicka hatte die Idee, das Singspielfragment «Zaide» mit einem heutigen Pendant zu verbinden, die israelische Komponistin Chaya Czernowin lieferte «Adama» hinzu. Der Titel ist eine hebräisch-arabische Worterfindung aus den Begriffen für Erde, Blut und Mutter.

Zu den 17 Mozart’schen Musiknummern, darunter zwei umfängliche Melodramen, kommen elf «Adama»-Fragmente, darunter einige Chornovitäten, die für die Freiburger Neufassung des Regisseurs Ludger Engels erstellt wurden. Sie treiben weiter, was in der Urversion angestrebt war. Nicht einfach Konfrontation, sondern Überlappung, Unterwanderung, Verstörung. Chorgebrabbel, Choraufsässigkeit, Chorunmut bedrängen die Mozart-Nummern. Sie relativieren, korrigieren den Singspiel-Optimismus. Und sie heben die Parallelität der Vorgänge in beiden Werkteilen hervor.

Czernowins Tonsprache ist aufs Äußerste reduziert, ihr Instrumentarium in gleichem Maße aufgesplittert. So nicht Schlagwerk oder tiefes Blech für Unruhe sorgen, werden wir Zeuge einer beinahe in die Tonlosigkeit zurückgenommenen Nuancenkunst – einer Musik, die ...

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Opernwelt August 2017
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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