Parallelwelten
Wenn der Vater mit dem Sohne, hieß ein tränenseliger Spielfilm aus dem Jahr 1955 mit Heinz Rühmann und Oliver Grimm. An einen Streifen mag man auch bei der Konstellation Mutter und Sohn denken, die Renate und Daniel Behles Recital Generation bietet – nämlich einen Moment lang an Loriots ersten Spielfilm Ödipussi. Doch verscheucht man diese Gedanken sofort, da die Behles bis auf die im Zentrum des Recitals angesiedelte, von Johannes Brahms vertonte schottische Ballade Edward getrennte Wege gehen. Ansonsten ist es also eher eine Parallelveranstaltung.
Der Beginn gehört der jüngeren Generation: Daniel Behle widmet sich vor allem Liedern von Brahms, aber auch Mendelssohn sowie Beethovens An die ferne Geliebte und Schumanns Ballade Belsatzar nach Heine. Dabei besticht er durch kluge Textgestaltung und Wortdeutlichkeit. Seine etwas gaumig klingende Stimme bleibt Geschmackssache; auch über die Behauptung, dass sie an jene Fritz Wunderlichs erinnere, mag man diskutieren. Renate Behle widmet sich Wolfs Mignon sowie Liszt und dreien von Wagners Wesendonck-Liedern. Sie singt mit sympathischem Einsatz, doch die jahrelange, fordernde Tätigkeit im hochdramatischen Fach scheint die Stimme Glanz ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Gerhard Persché
Eine Woche vorher, und alles wäre buchstäblich ins Wasser gefallen. Da brachten Tageszeitungen sogar in Deutschland Fotos von jungen Menschen, die vor dem Campanile planschten: der Markusplatz, ein cooler Pool im November. Aqua alta, das Hochwasser hatte zugeschlagen in Venedig. Nicht ungewöhnlich eigentlich, aber doch eine schlechte Voraussetzung für Opernabende....
Was haben eine Aufführung von Charles-Simon Catels Oper Les Bayadères in Sofia mit Noverre-Balletten in der Königlichen Oper Versailles, ein Konzert des Trio Arcardi mit Musik von Gouvry in Shanghai, ein Fauré-Abend der Gebrüder Capuçon in Wien und eine konzertante Berliner Gegenüberstellung von Wagners Fliegendem Holländer in des Komponisten eigener Version und...
Die rechte Hand lässig angewinkelt, das linke Bein leicht vorgestellt, blickt er optimistisch vor sich hin, als wüsste seine Musik für alles eine Lösung: Christoph Willibald Ritter von Gluck, Förstersohn aus der Oberpfalz, der zuerst in Wien, dann in Paris zum Weltbürger wurde. In Wien hat man ihm ein Denkmal errichtet, unweit der Karlskirche. Ganz in der Nähe, in...
