Ende gut, alles gut
Und Polen, das ist doch so weit», wundern sich die Goldacher Bürger. Das Publikum im Gerhart Hauptmann Theater grunzt belustigt, schließlich ist halb Görlitz polnisch. Bei der Wahl von Alexander Zemlinskys «musikalischer Komödie» Kleider machen Leute (1922) nach Gottfried Kellers Novelle hat Intendant und Regisseur Klaus Aarauner ein Stück mit Lokalbezug gefunden, zumal eins, in dem die gesamte Belegschaft samt Tanzcompany gut zu tun hat. Der polnische Schneidergeselle Wenzel Strapinski (Jan Novotny) zieht aus, sein Glück zu machen, und hat sich dafür fein gekleidet.
Im bigotten Städtchen Goldach hält man ihn für einen Grafen. Wenzel spielt mit, betört von Amtsratstochter Nettchen (Audrey Larose Zicat). Auf der Verlobungsfeier fliegt die Sache auf. Meistersgattin statt Gräfin? Nettchen ist da unkompliziert. Ende gut, alles gut. Als «einen der frühesten Antipatheten» hat Adorno Zemlinsky bezeichnet und auf Ähnlichkeiten zu Weill hingewiesen. Man möchte erweitern: zu Weill und Lehár, denn es ist auch eitel Operettenschmelz darin. Musikalisch durchaus ein lohnender Fund, tapfer vorgestellt von Ulrich Kern und der Lausitzer Philharmonie. Leo Felds Libretto aber fehlt’s an Tempo, ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Wiebke Roloff
«Geistliches Lied» klingt zu harmlos, auch Thomas Browns Lobgedicht auf Purcells Beiträge zu den beiden 1688 und 1693 erschienenen Bänden der Harmonia Sacra trifft es nicht ganz: «Sweetness combin’d with majesty, prepares / To raise devotion with inspiring airs». Die überaus kunstvollen Kompositionen stehen den Bühnenwerken und Oden an Expressivität in nichts nach,...
«De Wöd steht auf kaan Fall mehr lang», singt der Schuster Knieriem in Der böse Geist Lumpazivagabundus, und auch dem Leser nördlich des Weißwurstäquators dürfte klar sein, dass es sich dabei um eine apokalyptische Weissagung handelt. Johann Nestroy hat dies bereits 1833 verkündet, doch nun, 179 Jahre später, am 21. Dezember 2012, hätte es endlich so weit sein...
54. Jahrgang, Nr 1
Opernwelt wird herausgegeben vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752251
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 7.12.2012
Redaktion:
Stephan Mösch (V. i. S. d. P.)
Albrecht Thiemann
Wiebke...
