Pappkameraden
Natürlich darf Shakespeare im Jubeljahr auch beim Glyndebourne Festival nicht fehlen: Er bekam mit «Béatrice et Bénédict» eine prominente Position im Programm. Berlioz’ letzte Oper – eine Version von «Viel Lärm um nichts» – kam 1862 in Baden-Baden heraus. Sie wird zwar gelegentlich aufgeführt, doch im Repertoire etablieren konnte sie sich bislang nicht. Auf dem Landsitz der Christies gab es das Stück noch nie zu sehen.
Immerhin dirigierte der damalige Musikdirektor Andrew Davis 1993 drei konzertante Aufführungen, als das heutige Opernhaus gerade gebaut wurde und das Festival vorübergehend in die Royal Albert Hall auswich.
Damals ließ man die vertonten Libretto-Teile unangetastet, mischte die Musik aber mit Texten des Satirikers John Wells. Andere Produktionen in Großbritannien haben gezeigt, dass das federleichte Stück auch in einer englischen Übersetzung gut funktioniert – nicht zuletzt, weil man sich für die Dialoge direkt bei Shakespeares Original bedienen kann. Für Laurent Pellys fast ausschließlich mit Franzosen besetzte Neuinszenierung in Glyndebourne entschied man sich jedoch, das von Berlioz Gedichtete zu verwenden, freilich in einer von Agathe Mélinand stark bearbeiteten ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Panorama, Seite 54
von George Hall
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Früher konnten sich die Fans sicher sein. Mindestens ein-, am besten zweimal Barock pro Saison, das war eine feste Bank im Spielplan der Bayerischen Staatsoper. Der Riesen-Dino von Richard Jones, heute schon fast eine Münchner Tierlegende wie der Rauhaardackel, machte anno 1995 für Händels «Giulio Cesare» den Auftakt. Aus Renaissance wurde Überfütterung,...
