Zwangsverwaltet
Gerade ist in Verona das Arena Opera Festival 2016 zu Ende gegangen. Wie so oft in den vergangenen Jahren erlaubte die angespannte finanzielle Situation nur einen eher müden Spielplan mit notdürftig aufgepeppten Altinszenierungen der «Aida», «Carmen», «Turandot», «Traviata» und des «Trovatore». Als einzige Neuerung im Déjà-vu waren zwei Leuchttafeln für Untertitel (Italienisch/Englisch) auszumachen, die links und rechts vom Bühnenbereich der Arena angebracht wurden.
«Es sind schwere Zeiten», seufzt der langjährige künstlerische Leiter Maestro Paolo Gavazzeni, der jetzt noch als Berater tätig ist. Denn seit April steht der Veranstalter, die Fondazione Arena di Verona, eine von 14 zentralstaatlich geförderten Opern- und Orchesterstiftungen in Italien, unter Zwangsverwaltung durch einen vom italienischen Kulturministerium entsandten Kommissar. Zwar konnte der Haushalt im Jahr 2015 (Gesamtbudget: rund 45 Millionen Euro) mit einem Minus von «nur» 1,35 Millionen Euro abgeschlossen werden, doch hatte sich in den Jahren zuvor ein Schuldenberg von über 20 Millionen Euro angehäuft. Weil das mehr als 30 Prozent der Grundeinlagen der Fondazione ausmachte, hatte das Ministerium nach dem ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 32
von Henning Klüver
Natürlich darf Shakespeare im Jubeljahr auch beim Glyndebourne Festival nicht fehlen: Er bekam mit «Béatrice et Bénédict» eine prominente Position im Programm. Berlioz’ letzte Oper – eine Version von «Viel Lärm um nichts» – kam 1862 in Baden-Baden heraus. Sie wird zwar gelegentlich aufgeführt, doch im Repertoire etablieren konnte sie sich bislang nicht. Auf dem...
Stört es Sie, dass viele Politisches zu Israel von Ihnen hören wollen?
Das war anfangs so und für mich sehr schwer. Ich mag vieles an diesem wunderbaren Land, aber ich habe auch mit vielen Dingen Probleme. Ich fühle mich als Teil der Opposition. Aber so kann man eigentlich nur in Israel selbst auftreten, nicht außerhalb. Also spreche ich lieber über soziale Projekte...
Was können wir wissen? Was sollen wir tun? Was dürfen wir hoffen? Das sind, nach Kant, die Grundfragen des auf Vernunft gegründeten Lebens. Sapere aude! – der vor 232 Jahren formulierte Appell des aufgeklärten Geistes aus Königsberg ist bis heute nicht eingelöst. Und erst recht nicht erledigt. Wie ein verdecktes Leitmotiv hallt er durch das Werk von William...
