Paare, Passionen und Passanten

Puccini: Le Villi | Leoncavallo: Pagliacci am Staatstheater Mainz

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Die Wirklichkeit ist eine (im besten Sinne) merkwürdige Angelegenheit. In jeder Sekunde tauchen wir in sie ein, nur wähnend, was uns in ihren Tiefen erwartet, was sie uns entgegenbringt, ja: woraus sie grundlegend besteht und als was wir dieses Grundlegende deuten dürfen. Wir definieren Wirklichkeit und müssen doch zugestehen, dass dies wenig nützt, weil die Wirklichkeit so wandelbar ist wie ein Chamäleon – und weil sie es letztlich ist, die uns beherrscht.

Insofern stimmt die Kombination der beiden Stücke, die Verena Stoiber am Staatstheater Mainz gewählt hat (sieht man einmal davon ab, dass eines eine mittelalterliche Legende zum Vorbild hat und das andere im Kalabrien des späten 19. Jahrhunderts angesiedelt ist). In Puccinis Debüt «Le Villi» von 1884, dem ersten Bühnenwerk aus dem Geiste des stile mascagnano, sind es die titelgebenden Feenwesen, deren magische Kräfte einen treulosen Mann seinem (tödlichen) Schicksal zuführen; in Leoncavallos Dramma in due atti «Pagliacci», das für gewöhnlich mit Mascagnis «Cavalleria rusticana» zum veristischen Doppel verschweißt wird, ist es das Theater selbst, das seine Funktion aufgibt, von der Wirklichkeit überrumpelt wird und schließlich ...

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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Jürgen Otten

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Wenn seine Frau Martina ihn rief, wählte sie als Kosenamen gern die Titelfigur einer berühmten Verdi-Oper. Unzählige Male müssen die beiden «Il trovatore» gemeinsam erlebt haben; ein Stück, das für das Besetzungsbüro bekanntlich die einfache Herausforderung bereithält: Man muss für die Hauptrollen nur die vier besten Sänger der Welt engagieren, wie Enrico Caruso...

Spielpläne 6/23

P = Premiere ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten UA = Uraufführung

DEUTSCHLAND

Aachen Theater Aachen 
www.theateraachen.de 
- Massenet, Manon: 1., 10. 
- Berg, Wozzeck: 4., 9., 11., 17., 25., 30.

Altenburg 
siehe Gera

Augsburg Theater Augsburg martini-Park 
www.theater-augsburg.de 
- Purcell, The Fairy Queen:...

L’Orfeo

Das Ding, um das es heute gehen soll,
Ist super alt, von Sechzehnhundertseben:
Es liebt der Orpheus seine «Dittsche» voll,
Am Arsch der Welt, genauer: Kreisstadt Theben.

Ein Ort, besetzt von vielen fiesen Tieren.
Die «Dittsche» stirbt am Biss von einer Viper,
Drum greift er prompt zum Instrument der Iren:
Zur Harfe – singt, da kommt vom Gate der Keeper

Und meint:...