Opernwundertüte
Norbert Abels, Chefdramaturg der Oper Frankfurt und Professor an der Folkwang Hochschule Essen, ist einer der klügsten, umtriebigsten Dramaturgen der Republik und als Essayist gewiss der produktivste und inspirierendste. 2009 hat er unter dem hintersinnigen Titel «Ohrentheater» im Frankfurter Axel Dielmann-Verlag eine 800-Seiten-Sammlung seiner (zuvor meist in Programmheften erschienenen) Texte vorgelegt.
Jetzt folgt, wieder bei Dielmann, unter dem ebenso doppeldeutigen Titel «Notenlese» ein weiteres opus magnum, das, nach grundsätzlichen Überlegungen zur Begrifflichkeit und Sprachfähigkeit von Musik, Opern von Purcell bis Adès Revue passieren lässt – Seitenblicke auf nichttheatralische Werke eingeschlossen – und mit einer Huldigung an Abels’ großes Vorbild, die Regisseurin Ruth Berghaus, schließt.
Was Abels an der Berghaus rühmt – das Erhabene des Kunstwerks, die Zeiten überfliegend, zugleich mit dem alltäglich Menschlichen auf die Bühne zu bringen – charakterisiert auch seinen eigenen Zugriff, sein eigenes Schreiben. Ausgangs- und Endpunkt ist immer die Theatralität, die Auge und Ohr zugleich stimulierende Bühnensphäre, das Verhältnis von Sprache und Musik. Dabei ...
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CHAYA CZERNOWIN
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