Leben in Wonderland

Die elfjährige Alma Deutscher hat eine Oper geschrieben; nun wurde «Cinderella» in Wien uraufgeführt

Opernwelt - Logo

Gemälde des Diego Velazquez im Wiener Kunsthistorischen Museum zeigen Habsburgs spanische Infanten. Prinzessinen, Prinzen in den gleichen Gewändern und Posen wie ihre Eltern, eben nur ein paar Zentimeter kürzer. Kleine Erwachsene. An sie mussten wir denken, als wir Alma Deutscher zum ersten Mal im Netz sahen.

Nun hat die Elfjährige, Tochter des renommierten israelisch-englischen Linguisten Guy Deutscher, nicht nur als erstes Mädchen dieses Alters eine abendfüllende Oper geschrieben – eine ganz persönliche Version der Cinderella-Geschichte, die Ende Dezember in Wien uraufgeführt wurde –, sondern sie gibt sich auch sehr erwachsen, im Gespräch oder wenn sie, ihrer Violine zauberische Klänge entlockend, auf der Bühne erscheint. Und wenn sie, mit dem Klavier links neben dem Orchester platziert, das musikalische Geschehen begleitet, konzentriert die Arien und Ensembles mitfühlt und -mimt. Doch hat ihr Umgang mit Musik auch etwas bezaubernd Kindlich-Spielerisches. So holt sie sich Anregungen aus einem von ihr selbst geschaffenen utopischen Reich namens «Transsylvanian» (sic), in dem nicht der bekannte Kehlenbeißer den Ton angibt, sondern ein (Fantasie-)Komponist namens  ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Gerhard Persché

Vergriffen
Weitere Beiträge
Apropos... Öffentlichkeit

Herr Visser, gab es ein Erlebnis, das Sie für die Oper entflammen ließ?
Ich stand zwar früh während der Schulzeit in Theaterstücken auf der Bühne, aber ich erinnere mich, wie ich zufällig im Fernsehen eine Übertragung von Wagners «Ring» sah, die Amsterdamer Produktion von Pierre Audi. Während mein Vater Fußball guckte, sah ich fasziniert die «Walküre», eine...

Aus dem Leben eines Taugenichts

Normalerweise schreibe ich diese Kolumne erst, wenn ich mich beruhigt habe. Und weil ich, wenn auch kein sonniges, so doch ein recht ausgeglichenes Gemüt habe, fällt mir das meist nicht weiter schwer. Aber diesmal bin ich stinksauer. Auf Englisch geht das so: Man legt die Stirn in schwache Falten, wiegt den Kopf und gibt alle paar Stunden ein leises Zisch-...

Etikettenschwindel

Von Giovanni Paisiellos fast einhundert Opern hat nur die Buffa «Il barbiere di Siviglia» auf einem Nischenplatz überlebt. Catania hat im Januar 2016 die späte, 1788 für Neapel geschriebene Seria «Fedra» ausgegraben. Ein Mitschnitt ist bei dem auf Raritäten spezialisierten italienischen Label Dynamic erschienen. Es handelt sich aber keinesfalls, wie das...