Opernlaboratorium
Folgt man Vergil, dann stirbt Dido am Ende einsam und verlassen. Doch Francesco Cavalli und sein Librettist Francesco Busenello schenken der karthagischen Königin nicht nur ihr Leben, sondern auch noch einen Gatten. Der schwer verletzte, überraschend von Merkur gerettete König Jarbas überzeugt Dido während ihres (scheiternden) Selbstmordversuchs von einem künftigen Leben zu zweit.
Bevor man das frohe Finale eines sehr langen Opernabends im Paris erlebt, gibt es allerdings einige Merkwürdigkeiten. Das fängt beim Aufführungsort an.
An der Prachtstraße selbigen Namens sucht man das Théâtre des Champs-Elysées nämlich vergebens. Von den Champs-Elysées geht es ein gutes Stück die Avenue Montaigne hinein; nach dem Passieren unzähliger Boutiquen taucht dann plötzlich das Theater auf. Rote Teppiche führen ins Foyer, wo frischer Schinken gehobelt wird. Es fließen Champagner und Wein – ein schöner Kontrast zu labbrigen deutschen Theaterwürsteln oder schalem Opernpils. Die Garderobe ist gratis, dafür sammeln die Platzanweiser Geld mit dem Klingelbeutel ein...
Zum elegant skurrilen Ambiente des Theaters passte Clément Hervieu-Légers Inszenierung. Der Regisseur arbeitet seit Längerem als ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Jörn Florian Fuchs
Gleich zu Beginn glitzern Silber-Pennies bei den quicken Streichern: Das reiche Erbe des alten Admirals Morosus liegt in Chemnitz tatsächlich «im Keller», nämlich im Orchestergraben. Was Generalmusikdirektor Frank Beermann der Robert-Schumann-Philharmonie während der vorletzten Premiere der Spielzeit an verschmitztem Spielwitz entlockte, brachte das Publikum zum...
Das Buch ist ein Welterfolg. Gerade 31 Jahre alt, veröffentlichte die finnische Autorin Sofi Oksanen 2008 ihren Roman «Puhdistus», zu Deutsch «Fegefeuer». Mittlerweile ist er in 43 Sprachen übersetzt. In ihrem Heimatland hat er alle wichtigen Literaturpreise gewonnen, in den skandinavischen Ländern und Frankreich wurde er mehrfach ausgezeichnet, auch in Deutschland...
Das Saarbrücker Staatstheater feiert als einziges Opernhaus im deutschsprachigen Raum (Amsterdam, London und Bologna waren da aufmerksamer) den 60. Geburtstag von Wolfgang Rihm mit einer großen Opernproduktion. Kein Zufall. Zum einen haben die Theatermacher am westlichen Rand der Republik in der zu Ende gehenden Ära von Operndirektor Berthold Schäfer eine...
