«Oper muss sein»
Herr Schindhelm, Ihr Amt als Generaldirektor der Opernstiftung bedeutet insofern Pionierarbeit, als in Berlin eine Entscheidung darüber fallen muss, wie sich Oper heute als Kunstgattung in der Gesellschaft definiert. Welche Position nehmen Sie da ein?
Eine ermöglichende. Direktoren sind dazu da, einem großen städtischen Publikum möglichst viel zu bringen, Künstlern optimale Arbeitsbedingungen zu verschaffen und Technikern und Verwaltungsmitarbeitern hinter den Kulissen natürlich auch.
Dass Oper eine (bekanntlich relativ junge) Kunstform ist, die auch aus dem Bewusstsein der ökonomistischen Gesellschaft unserer Tage nicht zu löschen ist, wird wohl niemand bestreiten. Oper ist als Gesamtkunstwerk nur mit dem Film vergleichbar. Beide Kunstformen sind aber deshalb in der Regel an aufwändige Apparate gebunden. Es hat nie ein fixes Verhältnis der Gesellschaft zur Oper gegeben. Die abendländische Kultur steht heute vielleicht an einer Schwelle wie zu Monteverdis Zeiten. Deshalb müssen wir den Stellenwert der Kunstform Oper in der Gesellschaft stärken: Oper muss sein. Das kann nur gelingen, wenn es ein selbstbewusstes, sich um seine ureigensten Kulturinteressen sorgendes Bürgertum ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein Komet am Opernhimmel – und eine Laufbahn, die zu den kürzesten in der Chronik des Musiktheaters zählt. Diese Laufbahn begann sensationell mit dem allseits umjubelten Debüt als Aida der 20-jährigen Elevin am Studio des römischen Opernhauses. Das war im September 1951. Ziemlich exakt neun Jahre später bestritt dann die weltweit gefeierte Diva ihren letzten...
Es ist eine tieftraurige und ungewöhnliche Geschichte, die uns die Pariser Komponistin Isabelle Aboulker und ihr Librettist Christian Eymery sowie eine Hundertschaft von acht- bis vierzehnjährigen Sängerinnen und Sängern erzählen, eine Geschichte aus der fernen Historie und doch in mancher Hinsicht erschreckend aktuell: Vor der Côte d’Azur, zwischen Cannes und...
Die Ouvertüre ist bekannt – unter anderem lieferte sie den (wie man das heute nennt) «Trailer», das Titelthema für die einstmals populäre Fernsehserie «Erkennen Sie die Melodie?» Aber damit hat sich’s auch schon mit dem allgemeinen Wissen über Rezniceks «Donna Diana». Denn dass sich hinter dem Titel eine früher ungemein erfolgreiche Oper verbirgt, das kann man...
