O hehrstes Wunder
Frau Meier, von Ingeborg Bachmann ist der Satz überliefert: «Aufhören können, das ist nicht eine Schwäche, das ist eine Stärke.» Mezzosoprane scheinen darin gut zu sein, drei Namen mögen genügen: Janet Baker, Brigitte Fassbaender, Christa Ludwig.
Ich sehe es so: Generell fällt es Männern schwerer, aufzuhören. Sie identifizieren sich mehr über ihren Beruf als Frauen. Männer sind das, was sie tun. Bei uns Frauen habe ich eher das Gefühl – klar, es gibt Ausnahmen –, dass Frauen sich nicht unbedingt mit dem identifizieren, was sie tun, sondern was sie sind.
Bei meinen Kolleginnen stelle ich zunehmend fest, dass sie ein Leben jenseits der Bühne haben. Ich denke zum Beispiel an Deborah Polaski, mit der ich mich über dieses Thema unterhalten habe. Deborah, die unterrichtet, ist der Abschied von der Oper super gelungen. Sie war nie nur die Sängerin, hat sie mir gesagt. Genau so habe ich das empfunden. Jetzt fällt dieser Teil meines Lebens weg, das hat auch was Gutes.
Erinnern Sie sich an den Moment, in dem der Gedanke vor Ihnen stand: «Ich werde zum letzten Mal auf der Bühne stehen»?
Direkt an den Moment im Sinne eines Datums nicht. Aber zu einem bestimmten Zeitpunkt gab es eine innere ...
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Opernwelt Jahrbuch 2023
Rubrik: Mythos Wagner, Seite 128
von Götz Thieme
Wie wohl ihr Social-Media-Account heißen würde? «@LaDivina» oder «@Mariacallas»? Oder einfach nur «@Maria»? Und wer würde ihn betreuen? Das Management, die Plattenfirma, sie selbst? Womöglich gäbe es die neuesten Roben zu sehen, Schnappschüsse von den Proben, gestellte Aufführungsfotos oder Privates mit dem aktuellen Lebensabschnittsgefährten, manchmal auch kleine...
John Allison
London
Opera
1. Yonatan Cnaan: «Theodor» (Pfeffer/Ricklin), Israeli Opera Tel Aviv
2. Francesco Corselli: «Achille in Sciro» (Bolton/Clément), Teatro Real Madrid
3. Sergej Prokofjew: «Krieg und Frieden» (Jurowski/ Tcherniakov), Bayerische Staatsoper München
4. Dmitri Tcherniakov
5. Boris Kudlička
6. Jorge Jara
7. Lidiya Yankovskaya
8. Piotr...
Als im vergangenen Jahr Christoph Menkes «Theorie der Befreiung» erschien, musste man bei der Lektüre gleich zu Beginn schlucken. Denn die Diagnose des Frankfurter Philosophieprofessors war beileibe nicht dazu angetan, Hoffnungsfunken zu versprühen: «Wir leben in einer Zeit gescheiterter Befreiungen.» Das war starker Tobak, der sich nur wenige Zeilen später noch...
