Nichts, wie es war - alles, wie es war

Das Glyndebourne Festival nach dem Terror von London,DVD-Dokumente aus früheren Jahren

Nach diesen Juli-Tagen in London wird nichts mehr so sein, wie es war. Eine extreme erste Woche, wie diese Stadt sie in Friedenszeiten wohl noch nie erlebte, prall gefüllt von Leidenschaft, Euphorie und Trauer. Zunächst am ersten Wochenende des Monats das von Bob Geldof organisierte Open-Air-Konzert im Hyde Park, dessen Titel-Wortspiel «Live-8» die angestrebte Hilfe für Afrika («Live-Aid») mit dem G-8-Gipfel weiter nördlich im schottischen Gleneagles verband.
Die Pop-Weltmacht Britannien ließ ihre Muskeln spielen.

Barden wie Pete Doherty, Elton John, Annie Lennox, Sir Paul McCartney, Joss Stone, Sting, Robbie Williams, in alphabetischer Reihe, sorgten für deliröse Zustände unter den Fans wie die Dubliners von U2 und die amerikanischen Gäste, darunter Madonna, Mariah Carey und die «Scissors Sis­ters» sowie Michael Stipe von REM. Auch Uralt-Ikonen wie «The Who» und die seit einem Vierteljahrhundert zerstritten gewesenen «Pink Floyd» mit Roger Waters und David Gilmour kehrten quasi aus dem Ausgedinge zurück. Über Zweihunderttausend waren trotz eher mieser Witterung im Hoch.
Vier Tage später, am frühen Nachmittag des Mittwoch, sorgte die Nachricht, London hätte den Zuschlag für die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2005
Rubrik: Im Focus, Seite 42
von Gerhard Persché

Vergriffen
Weitere Beiträge
In Schönheit sterben

Schon Monate vor ihrem Erscheinen hat diese Aufnahme die Klassikwelt zum Erzittern gebracht: Zur letzten Opern­produktion alten Stils, die sich seine Firma noch leisten könne, rief der inzwischen verabschiedete Artist & Repertoire-Direktor der EMI, Peter Alward, den neuen «Tristan» seines Hauses aus. Mit der über zehn Jahre geplanten und 750 000 Euro teuren...

Ästhetik des Unverbindlichen

Inwieweit Carl Eberts Mozart-Inszenierungen, mit denen die Festspiele in Glyndebourne in den dreißiger Jahren eingeleitet und schlag­artig berühmt wurden, einem kritischen Blick von heute standhalten würden, lässt sich aus Mangel an Filmdokumenten nicht sagen. Doch dass die musikalischen Interpretationen Fritz Buschs über Jahrzehnte ihren maßstäb­lichen Charakter...

Probe mit vertauschten Koffern

Juwel, Kleinod – die Begriffe liegen na­he. Denn nichts anderes ist’s, was sich im Kurpark von Bad Wildbad mit viel ehrenamtlichem Nachdruck frisch renoviert präsentiert. Pastellfarben – Rostrot, Lindgrün, Vanille: Wie eine Puppenstube wirkt das ehedem Königliche Kurtheater von 1864 im Vergleich zu manchem Riesenhaus. Zur Eröffnung des kleinen, feinen Festivals...