Nicht nur Segelschiffe vor Vollmond

Klaus Kalchschmid stößt im finnischen Turku auf ein facetten­reiches, lange gewachsenes Musik-Theater-Leben und einen «Holländer», der im Hafen spielt

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Gleich am ersten Abend gibt es ein ­farbiges, lebendiges Kontrastprogramm: Nach dem «Don Quixote» von Richard Strauss, einigen abenteuerlich ineinanderfließenden Szenen aus dem «Rosenkavalier», mit dem die Finnische National­oper Helsinki in der Turun Kon­sert­-titalo gastiert (Ritva-Liisa Korhonen singt die Marschallin, Lilli Paasikivi ist Oktavian, und Tiina Vahevaara ist Sophie), ergeben sich kontroverse Gespräche mit finnischen Opernkompo­nisten wie Kalevi Aho (dessen Monodrama «Die Schüssel» 2006 in Turku uraufgeführt wird) und Mikko Heiniö (siehe Kasten).

Danach – kaum sind pünktlich zum Beginn des einwöchigen Musik­festivals endlich wieder Sommer und Sonne eingekehrt – feiert die Stadt bei Biergarten-Temperaturen die halbe Nacht: mit Feuerschluckern und Dudelsackpfeifern, Pop-, Rock- und Volksmusik auf vielen Plätzen, in den bis Mitternacht geöffneten Museen und auf einer Imbiss- und Bier-Meile am Ufer des ­Aurajoki.
Die Kneipen, die hier oft nach ihrer ehemaligen und noch heute sicht- und erlebbaren Einrichtung benannt wurden, sind selbst an einem ganz normalen Donnerstag lange Zeit rappelvoll: «Old Bank» in großartiger Art-Déco-­Archi­tek­tur; das «Koulu» (Schule), ein ...

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Opernwelt November 2005
Rubrik: Theaterporträt, Seite 68
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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