Nicht in hellblau...
Ein Schrei aus dem Dunkel. Grässlich, schrill und outriert. Man wartet aufs «Triff noch einmal» Elektras, doch dies hier ist nicht Strauss’ Atridenoper, sondern Manfred Trojahns Weiterdenken, es ist «Orest». Und Klytämnestras Todesschrei zu Beginn stellt nach Aussage des Komponisten eine artifiziell formulierte Erinnerung an Strauss dar.
Mittlerweile wird Orest von seinen Schuldgefühlen fast in den Wahnsinn getrieben. Durch seine Tat hat er die Erinnyen erzürnt, Repräsentantinnen eines untergehenden Matriarchats, die ihn als peinigendes Gewissen verfolgen.
Gott Apollo wiederum – Vertreter der aufstrebenden Väterherrschaft –, der ihn anstiftete, zieht sich in bewährter Politikerart aus der Affäre und lässt ihn mit seinen Skrupeln allein. Die racheblinde Elektra will ihn indes weiter für sich instrumentalisieren: Helena, die ihrem Gatten Menelaos schließlich nach Argos gefolgt ist, und ihre Tochter Hermione sollen die nächsten Opfer sein. Pflichtbewusst mordet Orest Helena, doch Hermiones reiner Blick kuriert ihn; er widersteht Macht, Ruhm und der göttlichen Ordnung, findet sein Selbst und wandert mit Hermione hinaus ins Irgendwo.
Im vorzüglichen Programmbuch erzählt Manfred ...
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Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Gerhard Persché
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