Nicht Heine, Nicht Freud: Wagner!

Axel Brüggemann über Premieren von «Der fliegende Holländer» in Coburg, Hannover und München

Auf den Tischen im Coburger Theater-Büffet stehen Glasvasen mit orangefarbenen Tul­pen. Und an jeder Blume baumelt ein gelbes Schiffchen aus Papier. Für das Haus im fränkischen Norden ist die Premiere des «Fliegenden Holländer» ein Großereignis – da gibt man sich Mühe. Die Firma Brose (Fahrzeugteile) unterstützt das Not leidende Theater beim Engagement der Gastsänger, die ortsansässige Versicherungs­­gesellschaft HUK wünscht im Programmheft viel Spaß, und der Intendant, Dieter Gackstetter, inszeniert selbst.


In München und Hannover gehören Wagner-Opern ganz selbstverständlich zum Repertoire und gehen ohne großes Aufheben und Zusatz-Dekoration im Foyer über die Bühne. Hier werden nicht nur Vor-Ort-Sponsoren eingespannt, die Intendanten Peter Jonas und Albrecht Puhlmann ziehen vielmehr weltweit ihre Wagner-Strippen: In München wurden die Bühnenbilder für Peter Kon­witsch­nys Moskauer Produktion gefertigt, die nun neu erarbeitet und auf­poliert in Bayern ankommt. Hannovers «Holländer» von Kazuko Watanabe wird bald dank der Nikikai Opera Foundation in Tokio zu sehen sein. Oper made in Germany als globaler Exportschlager.
Den «Fliegenden Holländer» im Heine- und Freud-Jahr zu spielen, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Axel Brüggemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wie Barocktheater aussehen kann

Die Beschäftigung mit historischen Formen der Aufführungspraxis ist seit zweihundert Jahren Gegenstand zunächst der Theatergeschichtsschreibung und Theaterwissenschaft wie gleichzeitig ihrer musikalischen Pendants. Anders als ihren von Noten lebenden Schwestern fehlten der Theaterpraxis aber ein Gustav Leonhardt und Nikolaus Harnoncourt, die die Theorie allen...

Miki: AI-EN

Für die Liebe sterben – das darf man in der Oper ja fast immer wörtlich nehmen. In Minoru Mikis neuester, fürs und im New National Theatre in Tokio entstandenen Oper ist das nicht anders: «AI-EN» trägt den Liebestod bereits im Titel, Miki erzählt darin zusammen mit seiner Lib­rettistin Jakucho Setouchi die Geschichte einer geheimen Melodie – und, klar doch, einer...

Spannungen auf dem West-östlichen Diwan

Eric Vigié, Direktor der Oper in Lausanne, geht nicht den geradlinigen Weg durchs Mozart-Jahr. In einem dreifachen Programmschritt nähert er sich Mozarts «Così fan tutte». Die Inszenierung aus dem Piccolo Teatro in Mailand wird am Ende einer bunten Reihe von Veranstaltungen stehen. Der Einstieg auf der Bühne galt einem älteren, in Paris gefeierten Zeitgenossen,...