Neues und Altes
Klappern gehört zum Handwerk. Es reicht nicht, Gutes und Schönes zu tun. Man muss auch darüber sprechen. Und dafür sorgen, dass darüber gesprochen wird. In Zeiten knapper Kassen und schiefer Haushaltslagen gilt diese Erkenntnis mehr denn je. Schon ein flüchtiger Blick auf die neuen Jahresbroschüren der Häuser bestätigt die Bedeu-
tung, die dem Marketing zugemessen wird: Ohne hippes Design kein künstlerisches Sein. Alles zielt auf die corporate identity, oft steckt der programmatische Esprit vor allem in der peppigen Etikette.
Ein Altmeister der Kunst, die Kunst des (Musik-)Theaters mit flotten Sprüchen zu verkaufen, ist Jürgen Flimm. Auf seine alten Tage will der aus Salzburgs Festspielzentrale in die Intendanz der Berliner Staatsoper wechselnde Rheinländer offenbar noch mal allen zeigen, was eine Harke ist. Bei der Vorstellung der Spielzeit 2010/11 im noch voll eingerüsteten Ausweichquartier Schiller Theater suchte sich Flimm einmal mehr als everybody’s darling zu situieren – natürlich im Dienst an das neue Haus, das für mindestens drei Jahre auf seinen sanierungsbedürftigen Stammplatz Unter den Linden verzichten muss. Neun große und acht kleine (für die Werkstattbühne geplante) ...
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Das ging den New Yorker Verlegern und Broadway-Produzenten dann doch etwas zu weit: Ein Neger will eine Oper schreiben! Sicher, 1911 war Scott Joplin ein national bekannter Pianist, der «King of Ragtime», der mit «The Entertainer» oder dem «Maple Leaf Rag» echte Hits gelandet hatte – doch für den Vorstoß eines Farbigen ins seriöse Musiktheater-Genre war die Zeit...
Die Problemgeschichte eines Werkes ist manchmal ebenso hartnäckig wie der Wunsch nach einer glatten dramaturgischen Lösung. Glucks «Orpheus» ist dafür ein besonders eindringliches Beispiel: ausgehend von der Wiener Fassung 1762 über die Parma-Version von 1769, bei der die Altkastraten-Partie durch einen Soprankastraten ersetzt wurde, bis hin zur Pariser Fassung von...
Zu einer deutschen Erstaufführung hatte es diesmal nicht gereicht, da war Frankfurt den Lübeckern zuvorgekommen, aber immerhin zu einer norddeutschen. Und zu dem Beweis, dass sich die 2005 in London uraufgeführte und seither nur an großen Bühnen erprobte Shakespeare-Adaption «The Tempest» von Thomas Adès durchaus auch als Repertoirestück für kleinere Häuser eignet....
